Letztes Update am Mi, 13.02.2019 06:35

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sicherheitsexperte: Mexikanisches Sinaloa-Kartell weiterhin stark



Mexiko-Stadt (APA/dpa) - Die Verurteilung von Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán wird nach Ansicht von Experten dem mexikanischen Sinaloa-Kartell keinen großen Schaden zufügen. Die kriminelle Organisation sei so wichtig, dass sie den Verlust eines bekannten Mitglieds gut verkraften könne, sagt Javier Oliva, Analyst für Sicherheitsthemen von der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UN) der Deutschen Presse-Agentur.

Die Präsenz des Kartells sei ungebrochen, so Oliva. Laut dem nationalen Bericht der US-Strafverfolgungsbehörde für Drogendelikte aus dem vergangenen Jahr hält das Sinaloa-Kartell immer noch den größten Anteil am Geschäft in den Vereinigten Staaten. Konkurrenz bekommt die Organisation in den USA aber vonseiten des Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG), das dem Syndikat auch in Mexiko immer mehr Druck macht.

CJNG, das 2010 aus dem Sinaloa-Kartell hervorging, versuche die Organisation aus Sinaloa weiter zu verdrängen und mehr Macht zu bekommen, sagt Raúl Benítez Manaut, der sich ebenfalls an der UNAM mit Sicherheitsthemen beschäftigt. Das Sinaloa-Kartell sei jedoch nach wie vor stark, da es weder in den USA noch in Mexiko finanzielle Einbußen habe, so Benítez Manaut.

Da „El Chapo“ und andere bedeutende Drogenbosse entweder inhaftiert oder getötet worden seien, würden die Strukturen der organisierten Kriminalität in Mexiko immer mehr fragmentiert, erklärte die Nichtregierungsorganisation InSight Crime, die sich mit Kartellen in Lateinamerika befasst. Die Zeit der Monopol-Stellung einzelner Organisationen sei vorbei, so InSight Crime.Drogenboss „El Chapo“




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