Letztes Update am Mi, 13.02.2019 09:32

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


69. Berlinale: Mafia-Kritiker Saviano: Lasse mich nicht einschüchtern



Wien/Berlin (APA/dpa) - Allen Drohungen zum Trotz will Anti-Mafia-Autor Roberto Saviano auch künftig weiter schreiben und sich keinesfalls einschüchtern lassen. „Ich bin gelassen, ich werde weiter erzählen“, sagte der unter Personenschutz lebende italienische Journalist am Dienstag auf der Berlinale. Im Wettbewerb stellte der 39-Jährige die Verfilmung seines Romans „La Paranza dei Bambini (Piranhas)“ vor.

Roberto Savianos Sicherheit ist immer wieder Thema, unter anderem weil Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega im vergangenen Jahr damit gedroht hatte, den Personenschutz, den Saviano wegen Todesdrohungen erhielt, auf den Prüfstand stellen zu lassen. Der Autor, international bekanntgeworden mit seinem Buch „Gomorrha“ über die Mafia in Neapel, ist einer der schärfsten öffentlichen Kritiker der italienischen Regierung. Auch auf der Berlinale ging er den Innenminister scharf an und bezeichnete die politische Lage in Italien als „sehr ernst“.

Mit Blick auf seine eigene Situation sagte Saviano: „Personenschutz ist kein Privileg, er ist ein Drama.“ Auch andere Journalisten in Italien seien in einer ähnlichen Situation. Generell sei die Lage für Berichterstatter in Europa bedrohlicher geworden, sagte er mit Blick auf die Morde an Journalisten auf Malta und in der Slowakei. Für diejenigen, die über Europa schreiben, sei es „kein sicheres Terrain mehr“.

In der Roman-Verfilmung, die am Dienstagabend Premiere am Potsdamer Platz feierte, erzählt Regisseur Claudio Giovannesi mit Laiendarstellern das Leben von Nicola und seinen Freunden. Die 15-Jährigen leben in Sanità, einem Viertel von Neapel, wo sie in die Spirale von Gewalt, Drogen und organisierter Kriminalität geraten.




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