Letztes Update am Mi, 13.02.2019 10:32

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Studie beleuchtet Effekt des Klimawandels auf Erdmännchen



Zürich (APA/sda) - Erdmännchen sind die extremen Bedingungen gewöhnt. Mit dem Klimawandel könnte es jedoch ungemütlich für sie werden. Forscher der Universitäten Zürich und Cambridge haben in der Kalahari-Wüste im südlichen Afrika untersucht, welche Auswirkungen die Klimaerwärmung auf die Tiere haben könnte.

Steigende Sommertemperaturen und Schwankungen der Niederschlagsmengen beeinflussen Körpermasse und Wachstum der Tiere und können zu niedrigeren Fortpflanzungsraten und geringeren Überlebenschancen führen, berichten die Forschenden um Maria Paniw und Arpat Ozgul im Fachblatt „Science“. Wärmere Winter könnten diese negativen Effekte jedoch mildern.

Die Studie beruht auf Daten, die zwischen 1997 und 2016 monatlich im Rahmen des Kalahari Meerkat Project erhoben wurden, wie die Uni Zürich am Mittwoch mitteilte. Paniw und ihre Kollegen verknüpften Veränderungen in Wachstum, Überleben und Fortpflanzung der Erdmännchen mit Aufzeichnungen über saisonale Niederschläge und Temperaturen. Auf dieser Basis entwickelten sie ein Modell, um 50 Jahre in die Zukunft zu schauen - unter Anwendung verschiedener Klimawandelszenarien.

Insbesondere heißere und trockenere Sommer könnten den Fortbestand der Erdmännchen gefährden. Unter diesen Bedingungen werden weniger Nachkommen geboren. Das bedeutet zugleich auch schlechtere Überlebenschancen für nachfolgende Würfe, auch wenn der nächste Sommer weniger extrem wird. Bei diesen sozialen Tieren sorgt nämlich ein dominantes Weibchen für den Großteil an Nachwuchs, hierarchisch untergeordnete Weibchen helfen bei der Aufzucht. Weniger Nachkommen in einem Jahr bedeuten also auch weniger Helferinnen für die Aufzucht im nächsten.

Werden zugleich auch die Winter wärmer, könnte dies die negativen Folgen trockener Sommer abmildern, schrieb die Uni Zürich. Wärmere Winter führen nämlich zu einer Gewichtszunahme der Tiere und einer höheren Fortpflanzungsrate. Ein solches Klimaszenario würde demnach keinen bedrohlichen Bestandseinbruch bedeuten.

(Fachartikellink: http://science.sciencemag.org/cgi/doi/10.1126/science.aau5905)




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