Letztes Update am Mi, 13.02.2019 11:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Venezuela-Krise - Papst schrieb Maduro



Caracas/Vatikanstadt (APA) - Mit einem Brief hat der Papst dem venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro geantwortet, der vergangene Woche den Pontifex zur Vermittlung in der Krise in Venezuela aufgerufen hatte. In dem am 7. Februar an Maduro versendeten Brief bemängelte der Papst, dass der Vatikan mehrere Schritte in der Venezuela-Krise unternommen habe, auf die Maduro jedoch nicht mit „konkreten Gesten“ reagiert habe.

Der Papst betonte in dem Brief, der auszugsweise von der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Mittwochausgabe) veröffentlicht wurde, dass das gemeinsame Wohl über jedes andere Interesse gestellt werden müsse. Er urgierte die Seiten in Venezuela, für „Einheit und Frieden“ zu arbeiten. In seinem zweieinhalbseitigen Schreiben adressierte der Papst Maduro nicht als „Präsidenten“, sondern als „Señor“ (Herr).

Eine Delegation, die vom selbsternannten venezolanischen Interimspräsidenten Juan Guaidó nach Rom entsendet wurde, war am Montag im Vatikan empfangen worden. Die Delegation wurde vom Ex-Bürgermeister von Caracas, Antonio Ledezma, angeführt.

Guaidó hatte vergangene Woche einen Appell an Papst Franziskus gerichtet und ihn um dessen Einsatz gebeten, damit es in Venezuela so rasch wie möglich zu freien Wahlen komme. Der Papst prüfe den Willen aller Seiten in Venezuela, einen Dialog zu starten, verlautete aus dem Vatikan.




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