Letztes Update am Mi, 13.02.2019 15:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Irans Außenminister sieht Warschauer Konferenz als „Totgeburt“



Teheran (APA/AFP) - Der iranische Außenminister Mohammed Jawad Zarif hat die von der US-Regierung initiierte Nahost-Konferenz in Warschau als „Totgeburt“ bezeichnet. „Es ist ein weiterer Versuch der Vereinigten Staaten, ihre schlecht begründete Obsession mit dem Iran zu verfolgen“, sagte Zarif am Mittwoch in Teheran mit Blick auf die zweitägige Konferenz, die am Mittwoch beginnen soll.

Zarif warf den USA vor, gar keinen Austausch mit den rund 60 anderen Teilnehmern der Konferenz anzustreben, sondern ihnen ihre Haltung aufzwingen zu wollen und sie vereinnahmen zu wollen. „Die Tatsache, dass sie keine gemeinsame Vereinbarung anstreben, sondern ihre eigene Erklärung im Namen aller anderen zu verabschieden suchen, zeigt, dass sie keinen Respekt für sie (die Konferenz) haben“, sagte der iranische Außenminister.

Das Programm der Konferenz und ihre Zielsetzung blieben auch kurz vor ihrem Beginn vage, da die Teilnehmer in ihrer Haltung zum Iran tief gespalten sind. Während die USA, Israel und einige arabische Staaten um Saudi-Arabien auf einen härteren Kurs gegenüber der Regierung in Teheran dringen, um sie zu einem Kurswechsel in ihrer Regional- und Rüstungspolitik zu zwingen, sind die Europäer und andere Staaten deutlich zurückhaltender.

Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) ist mit dabei in Warschau, ebenso US-Vizepräsident Mike Pence und Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu.

Bei der EU stößt die Iran-Politik der USA auf Ablehnung. Auch Ko-Gastgeber Polen ließ wissen, dass er weiterhin an der Seite der EU-Partner zu dem Atomabkommen steht.




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