Letztes Update am Mi, 13.02.2019 18:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zürcher Börse schließt etwas höher



Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch fester tendiert und knapp unter einem neuen Jahreshoch geschlossen. Getragen wurde der Aufwärtstrend laut Händlern von positiven Zeichen im Handelsstreit zwischen den USA und China und der Hoffnung, dass in den USA ein erneuter Regierungsstillstand abgewendet werden kann. US-Präsident Donald Trump hat die Bereitschaft signalisiert, die Frist für neue Zölle bei einem bevorstehenden Verhandlungserfolg über den 1. März hinaus zu verschieben. Die Marktteilnehmer hoffen auf einen Durchbruch bei den derzeitigen Verhandlungen in Peking.

Außerdem nährten rückläufige Inflationszahlen in den USA die Erwartungen, dass die Notenbank Fed im laufenden Jahr die Zinsen nicht erhöhen werde. Die Inflation entwickelt sich damit weiterhin deutlich verhaltener als in früheren vergleichbaren Konjunkturphasen. Sie liegt zudem unter der Zielmarke des Fed von zwei Prozent. Ein Risikofaktor stellt das Hin und Her im Zusammenhang mit den Verhandlungen über den Brexit dar. Insgesamt bleibe die Stimmung an den Börsen aber positiv. Dennoch sei eine Konsolidierung nicht auszuschließen. „Ein kleinerer Rücksetzer sollte keinen überraschen“, sagte ein Händler.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,40 Prozent höher bei 9.164,06 Punkten. Bei 9.179,46 markierte der Leitindex ein Jahreshoch. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legte 0,54 Prozent auf 1.417,38 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,33 Prozent auf 10.696,30 Punkte. Von den 30 Blue Chips gingen 23 mit einem Plus aus dem Handel.

Gegen den Trend büßten Clariant 1,4 Prozent ein und schlossen aber über dem Tagestief. Der Spezialchemiekonzern blickt auf ein schwieriges Schlussquartal zurück und schrammte sowohl beim Umsatz als auch beim EBITDA vor Einmaleffekten an den Analystenerwartungen vorbei. Auf das Gesamtjahr betrachtet verfehlte der Umsatz selbst die pessimistischsten Analystenschätzungen. Vermisst wurden in Marktkreisen auch konkrete Zielvorgaben für 2019.

Auch Temenos (-0,6) gaben nach der Bilanzvorlage nach, konnten sich im Verlauf aber klar vom Tagestief lösen. Während sich das am Vorabend veröffentlichte Ergebnis für das vierte Quartal bei der Genfer Bankensoftwareschmiede im Rahmen der Markterwartungen bewegt, wurde vor allem der Rücktritt von Konzernchef David Arnott mit Bedauern begegnet. Insgesamt werteten Analysten die Ergebnisse positiv, wenn auch als unspektakulär.

Die stärksten Gewinne zeigten auf der anderen Seite Richemont (+4,8 Prozent). Rivale Swatch (+1,5 Prozent) gewann ebenfalls Terrain. Die Titel profitierten überdurchschnittlich stark von den Hoffnungen auf einen baldigen Durchbruch im Handelsstreit zwischen den USA und China, da China einer der wichtigsten Märkte für die beiden Unternehmen ist. Auch das am Mittwoch veröffentlichte Ergebnis des französischen Luxusgüterkonzerns Kering wirke positiv nach, hieß es.

Gut nachgefragt wurden außerdem Logitech (+1,8 Prozent), die Großbankenpapiere der UBS (+1,1 Prozent) und die beiden Chemietitel Lonza > (+1,1 Prozent) und Givaudan (+1,0 Prozent).

ABB (+0,3 Prozent) gewannen trotz einer Abstufung durch Skandinaviska Enskilda Banken (SEB) auf „Hold“ von „Buy“ 0,7 Prozent.

Gebremst wurde der Markt vom Pharmaschwergewicht Roche (-0,7 Prozent). Novartis (+0,2 Prozent) und Nestle (+0,3 Prozent) erholten sich dagegen im Tagesverlauf und schlossen in die Gewinnzone. Der Nahrungsmittelriese veröffentlicht am Donnerstag den Jahresbericht. Analysten erwarten gemäss AWP-Konsens einen Gewinn von 11,5 Milliarden Franken. Auch Credit Suisse (+0,5 Prozent) und Schindler (-0,5 Prozent) geben am Donnerstag Einblick in ihre Bücher.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA543 2019-02-13/18:23




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