Letztes Update am Mi, 13.02.2019 18:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Selbstmordanschlag auf Revolutionsgarden im Iran: Mindestens 20 Tote



Teheran (APA/AFP/Reuters/dpa) - Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Bus der Revolutionsgarden im Südosten des Iran sind mindestens 20 Soldaten der Elitetruppe getötet worden, wie die Nachrichtenagenturen IRNA und FASR am Mittwoch meldeten. Zehn weitere seien bei dem Attentat an der Fernstraße zwischen den Städten Zahedan und Khash in der Unruheprovinz Sistan-Belutschistan verletzt worden.

Die Revolutionsgarden erklärten, die Truppen seien auf dem Rückweg von der Grenze gewesen, als ein mit Sprengstoff beladenes Auto neben ihrem Bus explodierte. Das Gebiet nahe der Grenze zu Pakistan gilt wegen der Aktivitäten militanter Gruppen und von Drogenschmugglern als gefährlich. In der mehrheitlich sunnitischen Grenzregion im Südosten des Iran sind mehrere Rebellengruppen aktiv, die immer wieder Anschläge auf die Sicherheitskräfte verüben.

Die Bevölkerung des Iran ist zu 90 Prozent schiitisch, doch gibt es eine starke sunnitische Minderheit, die seit langem über Diskriminierung klagt. Anfang Dezember waren in der südöstlichen Hafenstadt Chabahar bei einem Anschlag auf die Polizei zwei Menschen getötet worden. Die Regierung machte damals „vom Ausland unterstützte Terroristen“ verantwortlich. Teheran wirft Pakistan und Saudi-Arabien vor, die Jihadisten in der Grenzregion zu unterstützen.

Bisher habe sich keine Gruppe zu dem Anschlag bekannt. Iranischen Medien zufolge soll islamistische Gruppierung Jaish al-Adl (Armee der Gerechtigkeit) dahinter stehen, die der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahesteht.

Durch Sistan-Belutschistan an den Grenze zu Pakistan und Afghanistan läuft eine Drogenschmuggelroute. Immer wieder kommt es in diesem „Tödlichen Dreieck“ zu Zusammenstößen der Revolutionsgarden mit Drogenbanden. Die Banden werden als Terroristen eingestuft, weil sie mit dem IS verbündet und sunnitische Separatisten in ihren Reihen haben sollen.

Die Revolutionsgarden bilden neben der regulären Armee die zweite ?Säule der iranischen Streitkräfte. Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden ist der oberste Führer ?Ayatollah Ali Khamenei, nach der Verfassung das iranische Staatsoberhaupt.?

Der jüngste Anschlag ereignete sich zwei Tage nach dem 40. Jahrestag des Siegs der Islamischen Revolution 1979. Das Jubiläum war am Montag in Teheran und anderen Städten mit offiziellen Kundgebungen gefeiert worden. Der Anschlag erfolgte zudem, während in Warschau auf Initiative der USA Vertreter von 60 Staaten zu einer Konferenz zusammenkamen, um über die „destabilisierenden“ Aktivitäten des Iran in der Region zu beraten.




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