Letztes Update am Mi, 13.02.2019 18:29

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kuba möchte Mediziner aus Brasilien mit Jobangebot zurücklocken



Havanna/Brasilia (APA/dpa) - Nach einem Streit mit der brasilianischen Regierung über die Bezahlung von Medizinern aus Kuba, hat der Inselstaat den Angestellten des Programms „Más Médicos“ Jobs in der Heimat angeboten. Das Arbeitsversprechen Brasiliens an Mediziner, die nicht nach Kuba zurück wollten, habe sich nicht erfüllt, erklärte das kubanische Ministerium für öffentliche Gesundheit am Mittwoch.

Der sozialistische Karibikstaat sei bereit, die Mediziner in ihrem Heimatland zu empfangen und ihnen Jobs im Gesundheitssystem zu geben, hieß es in der in lokalen Medien veröffentlichten Erklärung. Der Inselstaat nimmt mit dem Vermieten medizinischen Personals jedes Jahr rund zehn Milliarden Dollar (8,8 Mrd Euro) ein - etwa dreimal so viel wie mit dem Tourismus.

Kuba schickt die Mediziner in mehr als 60 Länder und verdient dabei kräftig mit. Im vergangenen Jahr war es zu einem Streit mit der Regierung unter dem neuen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gekommen, der die Mediziner direkt bezahlen wollte. Kuba war damit nicht einverstanden, da dem Staat so die Einnahmen durch die Vermittlung der Mediziner entgehen.

Ein Großteil der Mediziner ist bereits mit Sonderflügen aus Brasilien zurück nach Kuba gebracht worden. Rund 800 von ihnen hatten sich jedoch dafür entschieden, in dem südamerikanischen Land zu bleiben, um dort eine bessere Arbeitsmöglichkeit zu finden oder weil sie Familienangehörige dort haben.




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