Letztes Update am Mi, 13.02.2019 19:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


NATO-Pläne für erhöhte Einsatzbereitschaft von Truppen stocken



Brüssel (APA/dpa) - Die NATO-Pläne für eine deutlich erhöhte Einsatzbereitschaft von Truppen kommen wegen bündnisinterner Differenzen langsamer voran als erwartet. Wie Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch bei einem Verteidigungsministertreffen in Brüssel mitteilte, haben bisher erst einige Mitgliedstaaten konkrete Beteiligungsangebote gemacht. Deutschland gehört zum Beispiel nicht dazu.

„Für mich ist ganz entscheidend, dass wir realistisch und konkret planen“, kommentierte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Für sie sei es wichtig, dass der enorme deutsche Beitrag zur schnellen Eingreiftruppe VJTF eingerechnet werden könne. Sie erwarte nun bis zum Verteidigungsministertreffen im Herbst konkrete Vorschläge zum Thema.

Im Zuge der Aufrüstung gegen Russland hatten sich die NATO-Staaten im vergangenen Juni grundsätzlich darauf geeinigt, die Reaktionsfähigkeit von Truppen bis 2020 deutlich zu erhöhen. So sollen je 30 Einheiten von Heer, Luftwaffe und Marine so trainiert und ausgerüstet werden, dass sie im Fall einer Krisensituation innerhalb von höchstens 30 Tagen einsatzbereit wären. Insgesamt könnte es damit um etwa 30.000 Soldaten, 300 Flugzeuge und mindestens 30 Kriegsschiffe gehen.

Als schwer umzusetzen gelten die Pläne vor allem wegen Vorstellungen der USA. Sie wollen nach Angaben aus Bündniskreisen, dass sich die beteiligten Staaten verpflichten, ihre Bodentruppen innerhalb von nur zehn Tagen verlegebereit zu haben. Zudem wird gefordert, dass es sich um zusätzliche Truppen handelt. Die für die VJTF bereit stehenden Soldaten könnten demnach nicht angemeldet werden.

~ WEB http://www.nato.int/ ~ APA574 2019-02-13/19:33




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