Letztes Update am Do, 14.02.2019 01:58

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Haiti: Diplomaten bringen Familien in Sicherheit



Port-au-Prince (APA/dpa) - Gut eine Woche nach Beginn von Protesten in Haiti haben mehrere diplomatische Vertretungen laut Medienberichten beschlossen, Familienangehörige von Botschaftsmitarbeitern in Sicherheit zu bringen. Das US-Außenministerium habe die Ausreise von Kindern beantragt, berichtete die Nachrichtenagentur HPN am Mittwoch (Ortszeit).

Zudem habe sich die Vertretung der Europäischen Union in Port-au-Prince dazu entschieden, Familienangehörige in die Dominikanische Republik zu bringen. Das österreichische Außenministerium rät von nicht erforderlichen Reisen wird ab und zu besonderer Vorsicht. Demonstranten errichteten den siebenten Tag in Folge Straßensperren und forderten den Rücktritt von Präsident Jovenel Moise.

Das öffentliche Leben ist seit Beginn der heftigen Proteste weitgehend zum Stillstand gekommen. Schulen blieben geschlossen, der öffentliche Verkehr ist teilweise eingestellt. Manche Stadtteile in Port-au-Prince sind komplett gesperrt. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, Geld aus einem Hilfsfonds veruntreut zu haben, das eigentlich für den Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben 2010 verwendet werden sollte. Bei dem Beben kamen Hunderttausende Menschen ums Leben.

Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Der Staat ist weitgehend von Hilfszahlungen aus dem Ausland abhängig, neben der grassierenden Korruption ist auch Gewaltkriminalität ein großes Problem. Die Proteste begannen am vergangenen Donnerstag, seitdem kamen mehrere Menschen ums Leben. Eine offizielle Zahl der Toten wurde zunächst nicht bekanntgegeben. Haiti liegt im Westen der Insel Hispaniola, auf der Osthälfte befindet sich die Dominikanischen Republik, die politisch stabiler ist.




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