Letztes Update am Do, 14.02.2019 05:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zwischen „Mona Lisa“ und schallendem Gefühlsausdruck



Wien (APA) - Mona Lisa lächelt im Pariser Louvre - zurückhaltend - mehr mit den Augen als mit dem Mund. Lachen kann dagegen schallend und dementsprechend laut sein. Diese ganz unterschiedlichen Gefühlsäußerungen und non-verbalen Kommunikationsmitteln zwischen Menschen sind am kommenden Samstag (16. Februar) Thema des Jahressymposiums des Instituts für Sozialästhetik der Sigmund Freud Privatuniversität in Wien.

„Es geht darum, herauszufinden, was das Lächeln in unserer Gesellschaft und in der Medizin bedeutet. Das echte, sogenannte Duchenne-Lächeln aus dem Inneren heraus ist gesundheitsfördernd, weil es unsere Regeneration fördert. Das gekünstelte, grimassierende Lächeln ist hingegen gefährlich, weil es leicht in den Burn-out führt. Eben, weil Menschen dabei etwas darstellen müssen, was sie nicht fühlen. Man denke nur an Flugbegleiterinnen etc.“, sagte der Wiener Psychiater und Gründer des Instituts für Sozialästhetik und Gesundheit, Michael Musalek.

Der Unterschied zwischen Lächeln und Lachen ist groß. „Lachen kann ich eigentlich nur laut oder leiser. Im Deutschen bedeutet der Begriff ‚Lächeln‘ so etwas wie ein ‚kleines Lachen‘. In anderen Sprachen gibt es für Lachen und Lächeln unterschiedliche Wörter (z.B. to smile und to laugh im Englischen, Anm.). Das gefällt mir besser. Das Lächeln ist abhängig vom Zugang des Lächelnden zum anderen Menschen, es kann natürlich und warmherzig sein, aber auch spöttisch oder zynisch. Ich habe einmal so um die 150 verschiedene Arten von Lächeln zusammengetragen“, sagte der Psychiater, der das Symposium mit den CliniClowns gemeinsam organisiert hat und gestaltet.

Jedenfalls stellt das Lächeln eine der wichtigsten non-verbalen Kommunikationsformen des Menschen dar. „Es kommt ja immer darauf an, wie man etwas ausdrückt. Das ist viel wichtiger als was man ‚sagt‘“, erklärte der Psychiater.

Warmherziger Zugang zum Nächsten spiele jedenfalls in Medizin und Gesundheitswesen eine entscheidende Rolle bei Heilungsprozessen. „Wenn ich bei meiner Visite hektisch von Patient zu Patient laufe, wird so ein Kontakt nicht klappen“, meinte Musalek. Hingegen könne ein aufrichtiges Lächeln dem Gegenüber Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Darauf komme es gerade im Umgang mit Hilfe suchenden Kranken an, wenn die Medizin ihre optimale Wirkung entfalten soll.

(S E R V I C E - Informationen zum Symposium „Lächeln und Lachen“/16. Februar unter https://www.sfu.ac.at/de/events-2/).




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