Letztes Update am Do, 14.02.2019 10:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Elektrofischen soll in der EU ab Mitte 2021 verboten werden



Straßburg (APA/AFP) - Das von Umweltschützern heftig kritisierte Elektrofischen soll in der EU ab Mitte 2021 verboten werden. Darauf einigten sich in der Nacht auf Donnerstag die Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten, wie die Brüsseler Kommission mitteilte.

Demnach soll der umstrittenen Fangmethode ab dem 1. Juli 2021 ein Ende gesetzt werden. Die einzelnen EU-Staaten können Elektrofischen in ihren territorialen Gewässern aber schon früher untersagen.

Das Europaparlament wollte ein Verbot bereits in diesem Jahr erreichen, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Der Kompromiss stellt es den einzelnen EU-Staaten aber frei, Elektrofischen in ihren territorialen Gewässern sofort zu untersagen. Der Text soll nun in Kürze dem Plenum des Europaparlaments zur Abstimmung vorgelegt werden. Die EU-Volksvertretung hat in der Frage ein Mitentscheidungsrecht - ohne ihre Zustimmung kann die Neuregelung nicht in Kraft treten.

Beim Elektrofischen scheuchen Elektroden an den Schleppnetzen am Meeresboden lebende Plattfische wie Schollen und Seezungen sowie Krabben auf, um sie in die Netze zu treiben. Grundsätzlich ist diese Methode in der EU untersagt, doch hat die Brüsseler Behörde im Jahre 2007 einige Ausnahmen zugelassen - vor allem für Forschungszwecke. Seither ist das Elektrofischen im südlichen Teil der Nordsee erlaubt - allerdings nur für fünf Prozent der Fischereiflotte eines EU-Staates.

Nach Angaben der Brüsseler Behörde verwenden derzeit rund 80 niederländische Fangschiffe mit Elektroden ausgestattete Netze. Insgesamt seien dies nur 0,1 Prozent der 85.000 Fangschiffe zählenden Flotte in der EU. Deutschland beteiligt sich nach Angaben der SPD-Abgeordneten und Fischereiexpertin Ulrike Rodust an einer Studie über die langfristigen Auswirkungen dieser Fangmethode.




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