Letztes Update am Do, 14.02.2019 10:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kurz: „Volle Unterstützung“ für Südkoreas Nordkorea-Politik



Seoul/Wien/Pjöngjang (APA) - Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat dem südkoreanischen Premierminister Lee Nak-yeon „volle Unterstützung“ in der Politik Südkoreas zur Lösung des Konflikts mit Nordkorea zugesagt. Um das Ziel einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel zu erreichen, sei eine solche Unterstützung insbesondere in der UNO möglich, sagte Kurz am Donnerstag nach einem Treffen mit Lee in Seoul.

Lee sagte: „Wir bemühen uns, das Zeitalter des Kalten Krieges vollständig zu beenden und ein Zeitalter des Friedensprozesses herbeizuführen.“ Nach einer Phase der sich steigernden Spannungen war es vor einem Jahr zu einem Annäherungskurs zwischen dem stalinistischen, mit Atomwaffen hochgerüsteten Nordkorea einerseits und Südkorea und seinem Verbündeten USA andererseits gekommen.

Zuvor hatten immer neue Atomwaffen- und Raketentests des Regimes in Pjöngjang weitere UNO-Sanktionen gegen Nordkorea nach sich gezogen. Seit der Trendwende in dem Konflikt traf der südkoreanische Präsident Moon Jae-in, der Kanzler Kurz ebenfalls am Donnerstag in seinem Amtssitz, dem Blauen Haus, in Seoul empfing, mehrmals den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un.

Erstmals in der Geschichte gab es im Juni 2018 auch einen USA-Nordkorea-Gipfel mit Kim und Präsident Donald Trump in Singapur. Ende Februar soll ein weiterer in Vietnam folgen. Beim ersten Gipfel in Singapur willigte Kim in die „Denuklearisierung“ seines Landes ein; die koreanische Halbinsel soll so atomwaffenfrei werden, nachdem die USA ihre Kernwaffen schon vor Jahrzehnten abgezogen haben. Genauere Definitionen, einen Zeitplan oder Kontrollmaßnahmen für den Denuklearisierungs-Prozess gibt es bisher aber nicht.

Eine vollständige atomare Abrüstung ohne Gegenleistungen der US-Regierung lehnt Pjöngjang ab. Nordkorea stellte vielmehr die Wiederaufnahme seines Atomprogramms in Aussicht, sollte Washington die Wirtschaftssanktionen nicht aufheben. Die USA beharren demgegenüber auf einer vollständigen nuklearen Abrüstung als Voraussetzung für die Aufhebung der Strafmaßnahmen.

Zuletzt hatte Kim in seiner Neujahrsansprache mit einer Kursänderung gedroht, sollten die USA die Strafmaßnahmen gegen sein Land aufrecht halten. Trump sagte am Sonntag, die Sanktionen blieben „vollständig in Kraft“, bis es „sehr positive“ Ergebnisse gebe. Die USA führten mit Nordkorea einen „sehr guten Dialog“.

Korea wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den USA und der Sowjetunion geteilt wie Deutschland. Der Korea-Krieg von 1950 bis 1953 zementierte den Status quo bis heute. Völkerrechtlich herrscht weiterhin Kriegszustand, weil 1953 nur ein Waffenstillstand aber kein Friedensvertrag geschlossen wurde.




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