Letztes Update am Do, 14.02.2019 12:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Iran kündigt Rache nach Anschlag auf Revolutionsgarden an



Teheran (APA/AFP) - Nach dem verheerenden Anschlag auf einen Bus der Revolutionsgarden im Südosten des Iran hat Präsident Hassan Rouhani Rache geschworen und den USA und Israel die Unterstützung des „Terrorismus“ vorgeworfen. „Die wichtigste Wurzel des Terrorismus in der Region sind die USA, die Zionisten und gewisse Ölländer, die ihn finanzieren“, sagte Rouhani am Donnerstag vor seiner Abreise zu einem Syrien-Gipfel im russischen Sotschi.

„Wir werden diese Söldnergruppe den Preis zahlen lassen für das vergossene Blut unserer Märtyrer“, wurde Rouhani von der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zitiert. Bei dem Selbstmordanschlag auf einen Bus der Revolutionsgarden in der südöstlichen Unruheprovinz Sistan und Belutschistan waren am Mittwoch 27 Angehörige der Elitearmee getötet worden. Es war einer der folgenschwersten Angriffe auf die Truppe im Iran.

Zu dem Anschlag bekannte sich nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars die Jihadistengruppe Jaish al-Adl, die in der Region immer wieder Attentate auf die Sicherheitskräfte verübt. In der mehrheitlich sunnitischen Provinz an der Grenze zu Pakistan und Afghanistan sind mehrere Separatisten- und Jihadistengruppen aktiv, die mit Gewalt gegen die schiitisch geprägte Regierung in Teheran kämpfen.

Der Iran wirft seit langem den USA, Israel und Saudi-Arabien vor, unter seinen ethnischen Minderheiten Aufständische zu unterstützen. Rouhani rief nun die Nachbarländer auf, „Terroristen“ nicht zu erlauben, ihr Territorium für Angriffe auf den Iran zu nutzen. „Wenn diese Länder nicht in der Lage sind, die Terroristen zu stoppen, behalten wir uns das Recht vor, selbst zu handeln“, sagte der Präsident.

Der Angriff auf die iranischen Revolutionsgarden ereignete sich kurz vor Beginn einer Konferenz in Warschau, auf der auf Initiative der USA über den „destabilisierenden Einfluss“ des Iran in der Region beraten werden soll. Außenminister Mohammed Jawad Zarif hatte bereits am Mittwoch auf Twitter geschrieben, es sei „kein Zufall“, dass der Iran von einem Terrorangriff getroffen werde, „genau an dem Tag, an dem der Zirkus in Warschau beginnt“.




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