Letztes Update am Do, 14.02.2019 12:34

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Streit führte Polizei zu Waffenarsenal: Mann in Wien vor Gericht



Wien (APA) - Ein Streit zwischen zwei Verkehrsteilnehmern am Wiener Praterstern hat die Polizei im Juni vergangenen Jahres zu einem Waffenarsenal geführt. Mit den Konsequenzen hat sich am Donnerstag ein Gericht auseinandersetzen müssen. Ein an dem Streit Beteiligter hat sich wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung sowie wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten müssen.

Dem 37-jährigen Beschuldigten wurde eine diversionelle Erledigung angeboten. Diese nahm er unter Auflagen an.

Der gebürtige Niederösterreicher war am 25. Juni 2018 im Kreisverkehr am Praterstern auf dem Motorrad unterwegs, als er von einen Auto geschnitten wurde. Zwischen den beiden Verkehrsteilnehmer entbrannte zunächst ein verbaler Streit. Laut Aussage des Angeklagten habe der Pkw-Lenker dann begonnen, den Biker durch das offene Fahrerfenster zu bespucken. Der 37-Jährige stieg von seinem Motorrad ab, trat laut Anklage mit dem Fuß gegen das Auto und sprühte durch das Fenster mit einem Pfefferspray, den er stets bei sich führte, wie er Richterin Sonja Weis berichtete.

„Er hat mir Angst gemacht“, begründete der 37-Jährige sein Vorgehen. Der Autolenker sei ausgestiegen und bedrohlich auf ihn zugegangen. Dass er durch das Fenster Pfefferspray gesprüht hätte, sei nicht richtig. Der Vorfall sei auf der Straße passiert. Danach habe er sich wieder auf sein Motorrad gesetzt und sei weitergefahren. „Ich wollte nur meine Ruh‘ und in die Arbeit.“

Als die Polizei bei dem Biker daheim auftauchte, um ihn zu befragen, stießen die Beamten auf ein regelrechtes Waffenarsenal. 34 Langwaffen, darunter eine verbotene Maschinenpistole, zwei Schlagringe und zwei Wurfsterne wurden bei ihm entdeckt. Hinter der Tür stand ein Baseballschläger, auf dem Tisch neben dem PC steckte ein Messer in einem Schaft. „Das war zum Essen, das ist mein Jausenmesser“, sagte der 37-Jährige. Im Kasten wurden zudem mehrere Hakenkreuzfahnen entdeckt.

Dass er die Waffen illegal besessen habe, sei ihm bewusst gewesen. Er habe eine „dumme Sammlerleidenschaft“, sagte sein Anwalt. Die Maschinenpistole habe er etwa „von einem Herren am Flohmarkt“ gekauft.

Unter der Auflage, eine Psychotherapie zu absolvieren und Bewährungshilfe in Anspruch zu nehmen, kam der Beschuldigte mit einer Diversion davon. Er musste zudem Pauschalkosten für das Strafverfahren in der Höhe von 200 Euro zahlen.




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