Letztes Update am Do, 14.02.2019 13:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fondsanbieter Union Investment bekommt Börsenturbulenzen zu spüren



Frankfurt (APA/Reuters) - Die weltweiten Börsenturbulenzen haben das Geschäft der Fondsgesellschaft Union Investment im vergangenen Jahr belastet. „2018 hat uns das Umfeld härter gefordert als in den Jahren zuvor. Es war ein sehr anspruchsvolles Jahr“, sagte Vorstandschef Hans Joachim Reinke am Donnerstag in Frankfurt.

Das verwaltete Vermögen des Fondsanbieter der Volks- und Raiffeisenbanken lag mit 323,4 Milliarden Euro knapp unter dem Niveau des Vorjahres von 323,9 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern sank auf 502 Millionen von 610 Millionen Euro.

Wegen der Zurückhaltung der Investoren flossen in die Union-Fonds mit 15,3 Milliarden Euro knapp zehn Milliarden weniger als 2017. Reinke zeigte sich mit Blick auf das generell schwierige Marktumfeld dennoch zufrieden. „Das Absatzergebnis 2018 liegt über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre und zählt zu einem der absatzstärkeren Jahre in der Unternehmensgeschichte.“

Im Privatkundengeschäft sank der Nettoabsatz auf 7,5 (Vorjahr: 9,9) Milliarden Euro. Die Zahl der privaten Anleger stieg dennoch um 131.000 auf 4,5 Millionen. Großes Interesse gab es laut Reinke unter anderem an Immobilienfonds. So habe allein der erst vor rund zwei Jahren aufgelegte Wohnimmobilienfonds UniImmo Zuflüsse von 959 Millionen Euro verzeichnet. Dieser Fonds sei einer der am schnellsten wachsenden des Unternehmens.

Speziell den Bereich Wohnimmobilien will die Union mit der geplanten Übernahme der BGP Gruppe ausbauen. „Diesen Weg werden wir weitergehen“, betonte Reinke. Die 16.000 Wohnungen der BGP sollen in den UniImmo-Fonds aufgenommen werden, dessen Bestand sich dann in etwa verdoppele. Zum Kaufpreis für die BGP Gruppe, hinter der der chinesische Staatsfonds CIC steht, wollte sich Reinke nicht äußern. Wie mehrere mit der Sache vertrauten Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten, ist eine Summe von rund zwei Milliarden Euro im Gespräch.

Im Geschäft mit Profi-Anlegern ging das Neugeschäft deutlich stärker zurück als im Privatkundenbereich. Der Konzern sammelte 7,8 Milliarden ein nach 15,2 Milliarden Euro im Jahr 2017. Es habe Abflüsse bei Anleihenfonds gegeben, während Spezial-Aktienfonds, Mischfonds und Offene Immobilienfonds Zuflüsse verzeichnet hätten, erläuterte Reinke. Ausgebaut werden soll in Zukunft das Geschäft mit nachhaltigen Anlagemöglichkeiten.




Kommentieren