Letztes Update am Do, 14.02.2019 13:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


In Bosnien seit Jahresbeginn 1.045 neue Flüchtlinge registriert



Sarajevo (APA) - Seit dem Jahresbeginn sind in Bosnien-Herzegowina 1.045 neue Flüchtlinge registriert worden. Wie die Tageszeitung „Oslobodjenje“ am Donnerstag berichtete, dürften sich im Land derzeit rund 3.900 Flüchtlinge aufhalten, die meisten von ihnen - rund 2.500 - im Una-Sana-Kanton an der Grenze zu Kroatien. Landesweit gibt es sieben Aufnahmezentren.

Die Behörden des Una-Sana-Kantons hatten Anfang des Monats angedroht, die sich im Kanton aufhaltenden Flüchtlinge nach Sarajevo zu versetzen, würde die gesamtstaatliche Regierung bis zum 15. Februar nicht die Sorge für die kantonalen Aufnahmezentren in Bihac, Cazin und Velika Kladusa übernehmen.

Die aktuelle Situation im Una-Sana-Kanton wurde vom Bürgermeister von Bihac, Suhret Fazlic, gegenüber dem regionalen TV-Sender „N1“ als frustrierend bezeichnet. Die Verantwortung für die Migranten solle das ganze Land, nicht nur ein Kanton tragen, meinte er.

Bosniens Sicherheitsminister Dragan Mektic bestätigte unterdessen, dass die Forderung von den kantonalen Behörden geprüft würde. Er glaube aber nicht, dass sich die Situation wesentlich verändern würde, würde der Staat anstelle der Lokalbehörden die Sorge um die Flüchtlinge übernehmen.

Die Regierung der bosnisch-serbischen Entität hat laut der Tageszeitung „Oslobodjenje“ am heutigen Donnerstag beschlossen, der Stadt Bihac Finanzhilfe im Wert von 50.000 KM (25,542.78 Euro) zwecks Linderung der Flüchtlingsprobleme zukommen zu lassen. Die Behörden der Republika Srpska hatten sich im Vorjahr wiederholt geweigert, Aufnahmezentren für Flüchtlinge auf dem Gebiet der kleinen Entität Bosnien-Herzegowinas zu errichten. Laut Amtsangaben hatten im Vorjahr rund 24.000 Flüchtlinge die Flüchtlingsroute über Bosnien Richtung Westeuropa gewählt. Neben Bihac, Cazin und Velika Kladusa gibt es Flüchtlingsaufnahmezentren derzeit nur noch in Sarajevo und Mostar.




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