Letztes Update am Do, 14.02.2019 13:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Intersport will Lücke durch Abgang von Bründl-Sport rasch schließen



Wien/Wels (APA) - Das neue Geschäftsjahr hat für Intersport mit einer Trennung begonnen. Die in Kaprun gegründete Bründl-Gruppe und Intersport gehen künftig getrennte Wege, dadurch fallen 26 Filialen im Westen Österreichs aus dem Intersport-Verbund. „Der Bründl-Abgang wird erstmals eine Lücke reißen“, sagte Intersport-Österreich-Chef Thorsten Schmitz am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Wien.

Der Umsatzausfall soll aber rasch kompensiert werden, nicht im ersten Jahr, aber danach, so Schmitz. 2017/18 setzte Bründl mit 550 Beschäftigten knapp 70 Mio. Euro netto um. Zu den Gründen des Abgangs sagte der Intersport-Chef nur so viel: „Wir sind in einem positiven Austausch. Es gibt keinen Twist oder Streit.“ Von seinem Gebührenmodell will Intersport jedenfalls nicht abrücken. „Leistung muss etwas kosten. Es ist sicher ambitioniert, das alles selbst zu machen“, sagte Schmitz.

Den Fall Bründl nehme man bei Intersport „sehr ernst“. Schmitz geht dennoch nicht davon aus, dass noch weitere Händler den Verbund verlassen. Die Lücke will Intersport schließen, indem neue selbstständige Händler gewonnen werden. Auch Sports-Direct-Standorte seien im Visier. Schon in der Vergangenheit hat Intersport Standorte des Diskonters übernommen. „Flächenauswuchs ist nicht der Weg“, sagte Schmitz.

Intersport ist hierzulande die Nummer eins im Sportartikelhandel. Die Kette ist mit über 280 Standorten vertreten und beschäftigt rund 3.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Sporthandelskette hat im per Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 aufgrund zahlreicher Neueröffnungen und hoher Steigerungsraten in den Bereichen Ski, Rad sowie Outdoor den Österreich-Umsatz im Jahresabstand um 8 Prozent auf 580 Mio. Euro gesteigert. Auch im neuen Jahr will Intersport (flächenbereinigt) im hohen einstelligen Bereich wachsen.

Von Österreich aus werden auch die Märkte in Tschechien (45 Mio. Euro Umsatz), der Slowakei (33 Mio. Euro Umsatz) und Ungarn (23 Mio. Euro) bearbeitet. Schmitz sieht diese Länder als „Zukunftsmärkte“, da dort überproportional viel für Sport ausgegeben werde. Ebenso wie in Österreich. „Der österreichische Markt ist massiv umkämpft, weil die Ausgaben für Sport so hoch sind“, so Schmitz. Umfragen zufolge geben die Österreicher pro Kopf im Jahr mehr als 300 Euro für Sportartikel und Sportbekleidung aus. Davon wollten viele etwas abhaben. In den vergangenen Jahren hat sich im Markt viel getan, mehrere neue Player wie die norwegische Kette XXL oder der französische Diskonter Decathlon sind gekommen.

Intersport habe sich in diesem „preisaggressiven Diskontumfeld“ gut entwickelt, findet Schmitz. „Wir wollen uns nicht mit denen messen, die permanent 80 Prozent plus geben“, sagte er mit Blick auf deren Rabattpolitik. Der Eigenmarken-Anteil bei Intersport liege bei 25 Prozent, bei Decathlon gehe er in Richtung 100 Prozent.

Ein Projekt für das zweite Quartal 2019 sei der Ausbau des Online-Geschäfts, das derzeit erst einen niedrigen einstelligen Prozentbereich vom Umsatz ausmache, aber 15 bis 20 Prozent erreichen könne. Die Schwäche des heutigen Online-Shops sei, dass nur Teile des Sortiments verfügbar seien, räumte Schmitz ein. Das soll sich ändern.

~ WEB https://www.intersport.at/ ~ APA308 2019-02-14/13:33




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