Letztes Update am So, 10.03.2019 08:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Brexit - Firmen in Nordirland warnen vor ungeregeltem Brexit



Belfast (APA/Reuters) - Kurz vor einer erneuten Abstimmung über den Brexit-Vertrag im britischen Parlament haben in Nordirland aktive Firmen in einem offenen Brief zu einem Kompromiss aufgerufen. Ein Austritt aus der Europäischen Union habe massive wirtschaftliche Folgen, hieß es in dem Brief, der am Sonntag veröffentlicht wurde.

Exportmärkte, Zulieferketten, die Wirtschaftskraft der Konsumenten und die Wettbewerbsfähigkeit der Region würden alle Schaden nehmen. „Ein solches Szenario behindert sowohl heimische als auch ausländische Investitionen, es würde zu einem signifikanten Arbeitsplatzabbau führen und die Chancen für die nachfolgende Generation in Nordirland schmälern.“ Zu den 50 Unterzeichnern des Briefes gehören neben lokalen Firmen auch international bekannte Namen wie Bombardier, Coca-Cola oder die Royal-Bank-of-Scotland-Tochter Ulster Bank.

Großbritannien will die EU am 29. März verlassen. Einen Vertrag, der den Brexit regelt, gibt es bisher nicht. Knackpunkt ist der Umgang mit der Grenze zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland. Die bisher ausgehandelte Notfall-Absicherung, die eine harte Grenze verhindern soll, lehnt auch die nordirische Partei DUP ab. Nordirische Wirtschaftsverbände haben die DUP bereits mehrfach aufgefordert, ihren Widerstand aufzugeben. Da Premierministerin Theresa May nicht über eine eigene Mehrheit im Unterhaus verfügt, ist sie auf die DUP angewiesen. Am Dienstag will das Parlament erneut über den von May ausgehandelten Brexit-Vertrag entscheiden. Änderungen an dem Regelwerk, die die Abgeordneten zur Zustimmung bewegen könnten, gibt es bisher nicht. Weitere Abstimmungen sind für Mittwoch und Donnerstag vorgesehen.




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