Letztes Update am Mo, 11.03.2019 08:44

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Salvini gegen Saudi-Einstieg in die Scala



Mailand (APA) - Der italienische Innenminister und Chef der rechten Lega stemmt sich gegen die Pläne von Scala-Intendant Alexander Pereira, den saudi-arabischen Kulturminister, Prinzen Badr bin Farhan Al Saud, in den Aufsichtsrat des Mailänder Opernhauses einzuberufen. „Ich denke, dass wir darauf verzichten können“, sagte Salvini nach Medienangaben am Sonntagabend.

Salvini hatte am Samstag am Rande eines Events mit Opernliebhabern in einem Mailänder Luxushotel ein informelles Gespräch mit Pereira geführt. Salvinis Regierungspartei Lega wehrt sich gegen den Einstieg des saudi-arabischen Kulturministers in den Scala-Aufsichtsrat, womit für die Scala Finanzierungen von 15 Millionen Euro in fünf Jahren verbunden wären.

Maurizio Gasparri, Senator der rechtskonservativen Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi, meinte, dass die politische Front gegen den Saudi-Einstieg in die Scala sich ausdehne. „Die Scala soll Ländern nicht ihre Tore öffnen, die Menschenrechte nicht respektieren“, sagte Gasparri.

Die Scala-Aufsichtsratmitglieder entscheiden in einer Woche - am 18. März - über Pereiras Pläne. Der Intendant hat zuletzt enge Kontakte zu Saudi Arabien gepflegt. Unter anderem hatte er kürzlich bei einer Pressekonferenz angekündigt, eine Inszenierung von Verdis „La Traviata“ in Form eines Konzerts in Riad aufführen zu wollen. Diskutiert wird auch über die Gründung eines Konservatoriums in Riad unter Aufsicht der Scala-Akademie diskutiert. Dabei geht es um die Bildung eines Kinderchors und um ein Tänzerensembles, sowie um Klavier- und Geigenunterricht.




Kommentieren