Letztes Update am Mo, 11.03.2019 09:26

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Apothekertagung - „Mehrwert“ öffentlicher Apotheken betont



~ --------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS In APA097 vom 11.03.2019 muss es im ersten und sechsten Absatz Satz richtig heißen: „Apothekerkammer“ (nicht: „Ärztekammer“). --------------------------------------------------------------------- ~ Schladming (APA) - Bis zum Ende des Jahres soll es eine Novelle zum Apothekengesetz geben. „Es geht um Modernisieren, Anpassen und darum, eine gute Versorgungssituation zu schaffen“, sagte die Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, Ulrike Mursch-Edlmayr, Sonntagnachmittag zur Eröffnung der Apotheker-Fortbildungstagung in Schladming (bis 13. März).

Die Wissenschaftliche Fortbildungswoche für Apotheker befasst sich in diesem Jahr primär mit „Pädiatrie und Medikationsmanagement“. Daneben ist die traditionsreiche Tagung, die zum 52. Mal stattfindet, auch Podium für standespolitische Diskussionen.

Zur Novelle des Apothekengesetzes gibt es laut Ulrike Mursch-Edlmayr einen einstimmigen Beschluss in den Gremien der Apothekerkammer. Öffnungszeiten für Apotheken sollen liberalisiert werden, ebenso soll es neue Regelungen für die Zustellung von Arzneimitteln geben. Gleichzeitig sollen inhabergeführte Apotheken in Österreich gestärkt werden.

Schwierig sei die Ertragslage, betonte die Kammerpräsidentin: „Ich sage das, ohne zu jammern. Die Ertragslage ist inflationsbereinigt in den vergangenen zehn Jahren linear gesunken. Unsere Position im Gesundheitswesen wird vor allem als Kostenfaktor gesehen.“

Stattdessen werde es verstärkt darum gehen darzustellen, was die Leistungen der mehr als 1.400 öffentlichen Apotheken bedeuten. „Wir haben die Patienten in betreuter Selbstmedikation. Das kostet dem Gesundheitssystem nichts. Was bedeutet es aber, wenn die Apotheker Patienten rechtzeitig und frühzeitig zum Arzt schicken?“, sagte Ulrike Mursch-Edlmayr. Auch die Sicherstellung, dass Patienten bei ihrer verschriebenen Medikation bleiben, sei eine Leistung für das Gesundheitssystem.

In der Österreichischen Apothekerkammer stellt man sich deshalb für die Zukunft ein „hybrides Honorierungssystem“ vor. Einerseits soll es offenbar zum Teil weiterhin auf Margen für die verschriebenen und abgegebenen Medikamente beruhen. Andererseits soll auch die Beratungsleistung honoriert werden. Nicht gerüttelt werden soll an der Bedarfsprüfung für neue Apotheken-Konzessionen, wie die Kammerpräsidentin erklärte.

Für die Sicherstellung der Beratungsleistung von Apotheken hat die Standesvertretung ein „Mystery-Shopping“ zu den Themen „Kopfschmerz“, „Grippaler Infekt und Influenza“ und „Kind mit Fieber“ gestartet. Resultate für ein Drittel der Apotheken lägen bereits vor, berichtete Apothekerkammer-Präsidiumsmitglied Gerhard Kobinger. Aber: „Dieses Tool hat gezeigt, dass man noch Luft nach oben hat.“

Über Beratung und viele in der Apotheke herzustellende Präparate haben die Apotheker in der Versorgung von kranken Kindern eine wichtige Rolle. „Es ist so wichtig, dass gut und sicher Magistraliter (magistrale Zubereitung: Einzelanfertigung in der Apotheke aufgrund einer ärztlichen Verschreibung, Anm.). in den Apotheken zubereitet werden. Wir haben bei vielen Arzneimitteln keine kindergerechten Formulierungen“, sagte Reinhold Kerbl von der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde.




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