Letztes Update am Mo, 11.03.2019 13:09

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Prozess wegen Bombenanschlags auf U-Bahn in St. Petersburg begonnen



St. Petersburg (APA/AFP) - Fast zwei Jahre nach dem Anschlag auf die U-Bahn in St. Petersburg mit 15 Todesopfern hat der Prozess gegen elf Angeklagte begonnen. Wie das Militärgericht der zweitgrößten Stadt Russlands am Montag mitteilte, handelt es sich bei den Angeklagten um die mutmaßlichen Komplizen des Hauptverdächtigen.

Die russischen Behörden hatten den 22-jährigen Akbarschon Dschalilow als Attentäter ausgemacht, der bei dem Anschlag getötet wurde. Am 3. April 2017 explodierte eine Bombe in einem U-Bahn-Waggon, als dieser sich zwischen zwei Stationen in der Innenstadt von St. Petersburg befand. Zu dem Anschlag bekannte sich eine Gruppe mit Verbindungen zur radikalislamischen Terrororganisation Al-Kaida. Das Attentat sollte als Warnung an Länder verstanden werden, die Krieg gegen Muslime führten. Damit war der Militäreinsatz Russlands im Syrien-Konflikt gemeint.

Der mutmaßliche Attentäter Dschalilow hatte die russische Staatsbürgerschaft, kam aber ursprünglich aus Kirgistan. Der Anschlag reihte sich in eine Serie von Attentaten und Anschlagsversuchen ein, die St.Petersburg in den vergangenen Jahren heimsuchte.

Im Dezember 2017 verletzte eine Bombe, die in einem Supermarkt explodierte, 18 Menschen. Als tatverdächtig gilt ein psychisch kranker Mann, der derzeit auf seinen Prozess wartet. Ebenfalls im Jahr 2017 verhaftete der russische Inlandsgeheimdienst FSB mutmaßliche Mitglieder einer Zelle der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS). Sie sollen geplant haben, die Kasaner Kathedrale, eine der Hauptsehenswürdigkeiten in St. Petersburg, in die Luft zu sprengen.




Kommentieren