Letztes Update am Mo, 11.03.2019 13:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Netanyahu streitet mit TV-Moderatorin über Status israelischer Araber



Jerusalem (APA/dpa) - Einen Monat vor der Parlamentswahl in Israel hat Regierungschef Benjamin Netanyahu sich mit einer bekannten TV-Moderatorin über die Rechte israelischer Araber gestritten.

Die Moderatorin Rotem Sela hatte bei Instagram darauf reagiert, dass eine Ministerin von Netanyahus konservativer Likud-Partei vor einer Koalition der Mitte-Links-Opposition mit arabischen Parteien nach der Wahl am 9. April gewarnt hatte.

„Was ist das Problem mit den Arabern?“, schrieb Sela daraufhin bei Instagram. „Wann zum Teufel wird jemand in dieser Regierung der Öffentlichkeit mitteilen, dass Israel ein Land all seiner Bürger ist? Und alle Menschen gleich geboren sind?“ Daraufhin häuften sich nach Angaben Selas in dem Netzwerk Hassreaktionen.

Netanyahu antwortete der Moderatorin auf sozialen Medien: „Erstmal eine wichtige Korrektur: Israel ist nicht das Land all seiner Bürger.“ Er verwies auf das umstrittene Nationalitätengesetz, das den jüdischen Charakter Israels festschreibt. „Israel ist der Nationalstaat des jüdischen Volkes - und seines allein“, schrieb Netanyahu. Gleichzeitig schrieb er, die arabische Minderheit, die etwa ein Fünftel der neun Millionen Israelis ausmacht, genieße gleiche Rechte.

Dagegen schrieb Staatspräsident Reuven Rivlin am Montag bei Twitter auf Englisch und Arabisch, Israels Bürger seien vollkommen gleichwertig. „Es gibt keine Bürger erster und zweiter Klasse.“

Unterstützung bekam Moderatorin Sela von prominenten Israelis wie Gal Gadot, der Hauptdarstellerin im Film „Wonder Woman“. „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“, schrieb Gadot nach Medienberichten über dem Beitrag von Sela. „Es geht nicht um rechts oder links, Jude oder Araber, säkular oder religiös“, schrieb Gadot. Wichtig sei vielmehr „ein Dialog für den Frieden, für Gleichheit, für gegenseitige Toleranz“.

Bereits vor der letzten Parlamentswahl 2015 hatte Netanyahu gewarnt, arabische Wähler seien „in Massen“ unterwegs zu Wahllokalen. Später entschuldigte er sich für die Äußerung, die rechte Wähler mobilisieren sollte.




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