Letztes Update am Di, 12.03.2019 05:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Burgenland-Landtag noch heuer mit Gebärdendolmetsch



Eisenstadt (APA) - Seit knapp zwei Wochen ist Verena Dunst (SPÖ) Präsidentin des Burgenländischen Landtages und damit die erste Frau in der Geschichte des Landesparlaments, die dieses Amt innehat. Mit der APA sprach Dunst über ihre nächsten Vorhaben. So plane sie etwa noch für heuer den Einsatz von Gebärdendolmetscherinnen und -dolmetschern bei Landtagssitzungen.

Auf Bundesebene sei bereits beschlossen, dass ab Jänner 2020 seitens der Landtage die Gebärdensprache umgesetzt wird. „Wir werden das früher im Burgenländischen Landtag einbringen“, so Dunst.

Es habe bereits intensive Gespräche gegeben, damit man zu guten Gebärdendolmetschern und -dolmetscherinnen komme. Verwirklicht werden soll dieses Vorhaben spätestens mit September: „Vielleicht geht es früher, aber September ist realistisch“, sagte Dunst. Sie bemühe sich um die rasche Umsetzung, „weil mir das ein Anliegen ist und weil wir jetzt bis dahin Menschen - und gar nicht wenige - ausgeschlossen haben“.

Der Einsatz von Gebärdendolmetschern sei eine von zahlreichen Maßnahmen eines Pakets mit dem Arbeitstitel „Demokratiewerkstatt“, das sie Ende März, Anfang April präsentieren wolle. „Ich möchte zur Politik einladen, weil ich finde, dass die Menschen sich viel mehr beteiligen sollten, um nicht den Eindruck zu gewinnen: ‚Ja, alle fünf Jahre sind wir wichtig, weil da sind wir Wähler und Wählerin. Und dazwischen sind wir ziemlich außen vor‘“, beschrieb die Landtagspräsidentin ihre Beweggründe.

In einer bundesweiten Umfrage des Instituts Sora hätten beispielsweise 52 Prozent der 16- bis 26-Jährigen angegeben, sie hätten zu wenig gelernt, wie man politische Debatten führt. 41 Prozent meinten, sie hätten zu wenig darüber gelernt, wie Politik in Österreich funktioniere.

„Was ich auch sehr schade finde, ist: Wenn man Politik sagt, sagt man sofort: Ui, da geht es jetzt um Partei-Hickhack“, sagte Dunst und fügte hinzu: „Stimmt überhaupt nicht. Politik ist etwas allgegenwärtiges, das ist in jedem Haus drinnen.“ Deshalb sollten sich auch die Haushalte und besonders junge Menschen beteiligen.

Die Landtagspräsidentin will eine burgenlandspezifische Umfrage unter Jugendlichen zu Themen wie Politik, Demokratie und Demokratieverständnis durchführen lassen. Sie werde deshalb mit der Bildungsdirektion sprechen, um auch ein Monitoring für junge Burgenländer zu haben, „weil ich genaue Zahlen haben will“.

Teil der „Demokratiewerkstatt“ soll weiters ein Tool für Kindergärten sein, wo es um das Thema Konfliktbewältigung gehe: „Auch unter Vierjährigen kann man lernen: Wie schafft man Kompromisse, wie bewältigt man Konflikte und wie komme ich dann zu einem Konsens. Und das ist Demokratie“, so Dunst.




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