Letztes Update am Di, 12.03.2019 10:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Messerattacke auf Partnerin: 28-Jähriger in St. Pölten vor Gericht



St. Pölten (APA) - Ein 28-Jähriger, der seine Lebensgefährtin im September 2018 in Tulln mit einem Messer attackiert und schwer verletzt haben soll, ist am Dienstag in St. Pölten vor dem Schwurgericht gestanden. Der Mann soll im Zustand der Zurechnungsunfähigkeit gehandelt haben, die Staatsanwaltschaft beantragte die Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Der Betroffene soll auf seine 25 Jahre alte Partnerin am 17. September 2018 im Vorraum der gemeinsamen Wohnung mit einem Küchenmesser mit einer Klingenlänge von rund zehn Zentimetern losgegangen sein, nachdem die Frau in der Früh wach geworden war. Drei Mal soll der 28-Jährige auf das Opfer eingestochen haben. Die Lebensgefährtin des mutmaßlichen Angreifers erlitt schwere und lebensbedrohliche Schnitt- und Stichverletzungen. Sie flüchtete, wurde in das AKH Wien gebracht und dort operiert.

Wäre der Mann zurechnungsfähig gewesen, hätte er „das Delikt des versuchten Mordes begangen“, hielt der Staatsanwalt in seinem Eröffnungsvortrag fest. Der Betroffene habe aber unter Einfluss einer paranoid halluzinatorischen schizophrenen Psychose gehandelt. Auslöser dafür könne regelmäßiger Konsum von Cannabis sein. Die Tat sei „ohne jeden begreiflichen Anlass“ erfolgt, die mehr als zwei Jahre dauernde Beziehung des Mannes mit seiner Partnerin sei bis dahin harmonisch verlaufen, sagte der Vertreter der Anklagebehörde. Der Betroffene flüchtete und trug ebenfalls Verletzungen davon - diese fügte er sich „in suizidaler Absicht“ selbst mit dem Messer zu, hielt der Staatsanwalt fest.

Der Rechtsanwalt des 28-Jährigen sprach davon, dass das Opfer den Betroffenen immer noch als Lebensgefährten ansehe. „Man muss sich das einmal vorstellen“, betonte der Jurist. Was passiert ist, tue seinem Mandanten „unfassbar leid“. Der Verteidiger forderte eine bedingte Nachsicht der von der Staatsanwaltschaft beantragten Einweisung.

Nach den Eröffnungsvorträgen wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Der vorsitzende Richter begründete dies damit, dass der persönliche Lebensbereich des Betroffenen und des Opfers erörtert werde.




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