Letztes Update am Di, 12.03.2019 10:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Athen will Skulpturenaustausch mit Skopje



Skopje/Athen (APA) - Die griechische Kulturministerin Myrsini Zorba hat Nordmazedonien einen Skulpturenaustausch vorgeschlagen. Wie das nordmazedonische Internetportal „Plusinfo“ am Dienstag berichtete, soll die nordmazedonische umstrittene Skulptur „Ritter zu Pferd“ von Skopje nach Athen versetzt werden. Umgekehrt soll „Dromeas“ (Der Läufer“) künftig anstatt in Athen in der nordmazedonischen Hauptstadt stehen.

Der „Ritter zu Pferd“, eine etwa 23 Meter hohe Statue, die eigentlich Alexander den Großen (356-323 vor Chr.) darstellen soll, prägt seit 2011 das Stadtbild Skopjes. Wegen des Streits mit Athen um das Kulturerbe und den Staatsnamen war die Statue von Anfang an nur als „Ritter zu Pferd“ bezeichnet worden.

Der „Dromeas“, eine der Sehenswürdigkeiten Athens, ist eine 12 Meter hohe Skulptur, die aus einzelnen aufeinander gestapelten, zackigen Glasscheiben besteht. Sie steht in der Mitte einer viel befahrenen Straße und zeigt aus unterschiedlichen Perspektiven die Form eines in Bewegung befindlichen Läufers. Der griechische Künstler Costas Varotsos begann 1988 mit der Arbeit an der Skulptur, die erst 1994 fertiggestellt wurde.

Varotsos bestätigte laut nordmazedonischen Medien, von dem Vorschlag des Austauschs der Skulpturen in Kenntnis gesetzt worden zu sein. Der Künstler wollte sich allerdings nicht dazu äußern, ob er dies auch akzeptieren werde. Seine Meinung habe er gegenüber der Ministerin aber kundgetan.

Der langjährige Namensstreit zwischen Skopje und Athen wurde im Juni 2018 durch eine Vereinbarung gelöst. Seit Anfang des Jahres nennt sich Mazedonien nun Nordmazedonien. Griechenland hatte es jahrelang abgelehnt, seinen nördlichen Nachbarn - die Republik Mazedonien - unter diesem Namen anzuerkennen, weil darin ein Anspruch auf seine gleichnamige nördliche Provinz und auf das Kulturerbe von Alexander dem Großen gesehen wurde.




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