Letztes Update am Di, 12.03.2019 12:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vier Sub-Auspiciis-Promotionen und ein Ehrendoktorat an der Uni Wien



Wien (APA) - Die Universität Wien hat an ihrem Dies Academicus am Dienstag Chemie-Nobelpreisträger Jean-Marie Lehn mit einem Ehrendoktorat ausgezeichnet sowie vier Studenten „sub ausipiciis praesidentis“ promoviert. Bundespräsident Alexander Van der Bellen überreichte dabei zwei Byzantinisten, einem Sinologen und Kultur- und Sozialanthropologen sowie einem Sprachwissenschafter und Mathematiker die Ehrenringe.

Voraussetzungen für eine „Promotio sub auspiciis Praesidentis rei publicae“ sind ein Vorzug in allen Oberstufenklassen, eine Reifeprüfung mit Auszeichnung, ein Studienabschluss, in dem alle Teile der Diplom- bzw. Bachelor- und Masterprüfungen sowie das Rigorosum mit „Sehr gut“ benotet werden sowie Bestbeurteilungen der Diplom- bzw. Masterarbeit und Dissertation. Dazu darf eine „im Durchschnitt normale Studiendauer“ nicht überschritten werden.

Geschafft haben dies heuer gleich zwei Byzantinisten: Die aus Deutschland stammende Krystina Kubina studierte in Freiburg Griechisch, Germanistik, Mittellatein und Philosophie bzw. absolvierte ein Masterstudium in Late Antique and Byzantine Studies in Oxford. An der Uni Wien dissertierte sie zum byzantinischen Dichter Manuel Philes und der gesellschaftlichen Relevanz von Gedichten im Konstantinopel des 14. Jahrhunderts. Derzeit hat sie eine Postdoc-Stelle an der Akademie der Wissenschaften inne.

Ihr Fachkollege Christodoulos Papavarnavas absolvierte das Bachelor-Studium im Bereich Byzantinistik und Neogräzistik in seinem Heimatland Zypern, bevor er für den Master nach Wien wechselte. Seine Dissertation über die literarische Darstellung des Gefängnisses als Schwellenraum in den früh- und mittelbyzantinischen Märtyrerakten absolvierte er als Uni-Assistent an der Universität Wien. Derzeit befasst er sich in Oxford im Rahmen eines ERC-Projekts mit Aspekten der Heiligenverehrung in der Antike.

Ebenfalls einen Ehrenring erhält der Steirer Christof Lammer. Er studierte Sinologie sowie Kultur- und Sozialanthropologie an der Uni Wien, forschte mehrfach in China und war als Assistent an der Uni Wien tätig. Mit einem Abschlussstipendium der Universität stellte er seine Dissertation „Performing State Boundaries: A Stategraphy of Citizen Participation in China“ fertig. Ab April ist er als Postdoc-Assistent am Institut für Technik- und Wissenschaftsforschung der Uni Klagenfurt tätig und beschäftigt sich mit Genbanken und Präzisionsmedizin in Asien.

Letzter im Sub-Auspiciis-Bunde ist der Wiener Andreas Baumann, der die Studien Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft sowie Mathematik an der Uni Wien abgeschlossen hat. Auch er war als Uni- bzw. später als Projektassistent am Institut für Anglistik und Amerikanistik tätig und dissertierte im Bereich Kognitionswissenschaft zum Thema „modeling the eco-evolutionary dynamics of phonotactics: cognitive, linguistic and non-linguistic determinants“. Er arbeitet als Data Scientist im Bereich Künstliche Intelligenz bei der Sozialversicherung und ist externer Lehrender an seiner Heimatuni.

Mit Lehn erhält ein in Österreich seit langem bekannter Forscher die Ehrendoktorwürde der Uni Wien. Der Pionier der supramolekularen Chemie wurde 1987 gemeinsam mit Donald J. Cram und Charles J. Pedersen mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Der französische Wissenschafter war lange Zeit Stammgast beim Europäischen Forum Alpbach und ist assoziiertes Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Chemie-Fakutät der Uni Wien.




Kommentieren