Letztes Update am Di, 12.03.2019 13:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Causa HCB - Wietersdorfer schloss Vergleich mit Zivilklägern und Land



Klagenfurt (APA) - Das Land Kärnten hat mit den Wietersdorfer Zementwerken w&p Zement in der Causa HCB einen Vergleich abgeschlossen. Zugleich haben sich die Wietersdorfer auch mit den Zivilklägern geeinigt. Das Land erhält eine Entschädigung in der Höhe von 2,5 Millionen Euro, die zivilen Kläger bekommen 6,3 Millionen Euro. Das gaben das Land Kärnten und Wietersdorfer am Dienstag bekannt.

Durch die unsachgemäße Verbrennung von mit HCB belastetem Blaukalk hatte das Wietersdorfer Zementwerk in Klein St. Paul im Görtschitztal im Jahr 2014 eine großflächige Kontaminierung mit dem hochgiftigen Hexachlorbenzol verursacht. Kuhmilch musste weggeschüttet werden, Schlachtvieh war unverkäuflich, auch das Grünfutter oder das Gemüse in den Hausgärten war unbrauchbar. Der Skandal flog im November 2014 auf, inzwischen sind die Schäden beseitigt, mit der jetzigen Einigung erhält das Land Kosten wie solche für den Futtermitteltausch, das Ziehen und Untersuchen von Proben und vieles mehr abgegolten.

Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) erklärte, man habe die betroffenen Bürgermeister über den Vergleich informiert, fünf von sechs Gemeindechefs hätten die Einigung begrüßt. 700.000 Euro aus der von Wietersdorfer zugesagten Summe fließen in den nach dem Skandal eingerichteten Görtschitztal-Fonds, aus dem Projekte für die Region finanziert werden. Finanzlandesrätin Gaby Schaunig (SPÖ) sagte, man habe mit Wietersdorfer sehr pragmatische Gespräche geführt und sich durch die getroffene Vereinbarung teure Zivilverfahren mit zahllosen Gutachtern und letztlich ungewissem Ausgang erspart.

Eine Reihe von Görtschitztalern, die über den Prozessfinanzierer AdvoFin Klage gegen Wietersdorfer eingebracht hat, erhält ebenfalls Millionen. Das Unternehmen bezahlt 6,3 Millionen Euro, wie es in einer Aussendung bekannt gab. Die Kläger müssen davon allerdings AdvoFin die Verfahrenskosten und den vereinbarten Anteil bezahlen. Der Anwalt der Kläger, Wolfgang List, zeigte sich in einer ersten Reaktion im ORF Kärnten „hochzufrieden“ mit dem erzielten Ergebnis.




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