Letztes Update am Di, 12.03.2019 13:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski alpin: ÖSV-Abfahrer tippen im Kugelkampf auf Feuz



Soldeu (APA) - Beat Feuz will sich die zweite Abfahrtskugel seiner Karriere nicht mehr nehmen lassen. Der Schweizer hat vor dem Showdown am Mittwoch in Soldeu 80 Zähler Vorsprung auf Dominik Paris. „Es ist ziemlich einfach, würde ich sagen“, erklärte Feuz. „Man muss angreifen. Taktieren ist auf dieser Strecke sehr schwierig.“ Vincent Kriechmayr peilt Platz drei in der Disziplinwertung an.

Feuz reicht bei einem Sieg von Paris ein zwölfter Platz, er hat sich aber vorgenommen, in die Region des Podests zu kommen. Es seien ein paar Passagen drinnen, die verleiten würden. „Man hat das auch heute gesehen, es wurden Tore ausgelassen“, sagte er nach dem Training, das Paris gewann und in dem er als Siebenter 1,20 Sekunden Rückstand hatte. „Man muss einfach überzeugt sein von dem, was man macht. Ich glaube, das wird auch morgen das Wichtige sein.“

Für seinen Widerpart Paris, der in diesem Winter gleich drei Weltcup-Abfahrten gewonnen hat, während es der inwgesamt konstantere Feuz auf einen Rennsieg gebracht hat, gibt es nur eines: „Vollgas. Ich probiere alles“, sagte der Südtiroler, dem die Abfahrt nicht so gefällt, der aber trotzdem „ganz gut zurechtgekommen“ ist.

Kriechmayr geht als Verteidiger der dritten Position der Disziplinwertung ins Rennen, er liegt vor Christof Innerhofer (ITA) und Aleksander Aamodt Kilde (NOR). Die Abfahrt sei nicht die schwierigste Abfahrt, aber auch nicht leicht, sagte der Trainingsvierte. „Man muss Vollgas geben, da runter verzeiht es keine Fehler. Es wird sicher ein enges Rennen geben.“ Auch wenn er sich freue, dass die Saison zu Ende gehe, mangle es nicht an Motivation: „Ich habe ja noch die Chance, etwas zu erreichen.“

Der Oberösterreicher glaubt nicht, dass sich Feuz die Kugel noch nehmen lassen wird. „Wer das Rennen gewinnt, ist sehr schwierig zu sagen, die zwei sind sicher zu favorisieren. Aber ich schätze, was die Abfahrtskugel betrifft, hat der Beat schon ein bisschen einen Vorteil. Ich denke, er ist zu favorisieren.“ Feuz müsse aber trotzdem seine Leistung bringen, denn es werde ihm niemand freiwillig vor lassen. Bei einem Paris-Sieg muss Feuz punkten.

Auch Matthias Mayer glaubt, „dass der Beat das heimfährt“. Er selbst würde nach dem ersten Abfahrtspodest in diesem Winter, errungen zuletzt als Dritter in Kvitfjell, freilich gerne nochmals zuschlagen. „Ich probiere es immer, ich werde gescheit Gas geben“, sagte der Kärntner, der in der Disziplinwertung an elfter Stelle liegt.

Auch Hannes Reichelt tippt auf „Feuz“, der Vorsprung sei doch relativ groß. „Feuz ist ein Rennfahrer. Wenn er auch in den Trainings nicht ganz vorne dabei ist, der kann sich aufs Rennen sehr steigern. Und er braucht ja nicht viel Punkte machen.“ Ratschläge für Paris hat er keine, wenngleich ihm 2008 in Bormio das Kunststück gelang, im letzten Rennen um die Super-G-Kugel noch 99 Punkte auf den Schweizer Didier Cuche wettzumachen. „Ich bin ein alter Mann, es ist schon wieder so lange her, dass ich mich nicht mehr erinnern kann“, sagte Reichelt. „Ein Schweizer macht den Fehler, ein zweiter sicher nicht mehr.“

Reichelt ist nur 14. der Abfahrts-Zwischenwertung, im Training wählte der Salzburger am Dienstag „eine frechere Linie“. Das war mit der niedrigen Nummer aber nicht das richtige Rezept, wegen der früheren Startzeit sei die Piste härter und schneller gewesen. Er will sich mit einer guten Leistung vom Abfahrtsrennsport für diesen Winter verabschieden. „Alles was eine Topplatzierung ist, ist gut für die nächste Saison, damit ich wieder ein bisschen einen Sprung in Richtung Top Ten im Abfahrtsweltcup mache. Die Saison ist bis jetzt verhaut, es kann nur gut werden.“

Das große Ziel, das der 38-Jährige noch verfolgt, ist in zwei Jahren bei der WM in Cortina d‘Ampezzo an den Start zu gehen. „Mich ärgert eine Saison wie diese. So höre ich auf keinen Fall auf. Ich fühle mich eigentlich auch noch fit, ich glaube, das ist das Wichtigste.“




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