Letztes Update am Di, 12.03.2019 13:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weltcaritaspräsident Kardinal Tagle besuchte Syrien



Wien/Aleppo (APA) - Der Präsident des Caritas-Weltdachverbandes „Caritas Internationalis“ hat einen Lokalaugenschein im vom Bürgerkrieg zerstörten Syrien absolviert. Der philippinische Kardinal Luis Antonio Tagle nahm im Zuge seines Besuchs auch an der Versammlung des nationalen Rates der katholischen Patriarchen und Bischöfe teil, wie Kathpress unter Berufung auf die Stiftung „Pro Oriente“ am Dienstag berichtete.

Bei dem Treffen, das am 7. März zu Ende ging, stand die soziale Not in Syrien nach acht Kriegsjahren im Mittelpunkt. Weiters wurde erörtert, was die katholischen Gemeinden tun könnten, um Hilfe zu leisten. An dem Treffen nehmen u.a. der melkitische griechisch-katholische Patriarch Yousef Absi, der syrisch-katholische Patriarch Ignatius Yousef III. Younan und der Apostolische Nuntius in Syrien, Kardinal Mario Zenari, teil.

Während andere Hilfsorganisationen ihre Präsenz in Syrien zurückfahren, hat die internationale Caritas vor kurzem ein Hilfs- und Förderungsprogramm für die Bevölkerung von Aleppo gestartet. Von diesem sollen 70.000 Einwohner der einstigen syrischen Wirtschaftsmetropole in dieser schwierigen Phase des Wiederaufbaus profitieren. Die Caritas hat 4,1 Millionen Euro für dieses Projekt aufgebracht.

Bei der Versammlung wurde darauf hingewiesen, dass in Aleppo nach der Befreiung aus dem Griff der islamistischen Terroristen ein dramatischer Preisanstieg zu verzeichnen war. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten hätten zusammen mit dem seit Beginn des Krieges vor acht Jahren anhaltenden Rückgang der Beschäftigungsmöglichkeiten viele Familien in eine unhaltbare Situation gebracht.

Der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Aphrem II. traf am 5. März mit den katholischen Spitzenpersönlichkeiten am Patriarchatssitz in Bab Touma zusammen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Situation in Syrien und im ganzen Nahen Osten und das humanitäre Engagement der Kirchen und ihrer karitativen Organisationen für die leidenden Menschen.

Patriarch Aphrem und seine katholischen Gäste verwiesen aber auch auf die „guten ökumenischen Beziehungen“ zwischen syrisch-orthodoxer und römisch-katholischer Kirche. Im Bericht des syrisch-orthodoxen Pressedienstes hieß es, der Blick aller Anwesenden sei auf „umfassende Gemeinschaft und volle Einheit“ gerichtet gewesen.

Tags zuvor, am 4. März, hatte der syrisch-orthodoxe Patriarch im Mor Aphrem-Kloster in Maarat Sednaya bei Damaskus eine Delegation der nationalen Versöhnungskommission aus Homs - einer der am meisten durch den Krieg mitgenommenen Städte des Landes - empfangen. Der Delegation gehörten unter Leitung von Scheich Issam Al Masri, dem Direktor der geistlichen Stiftungen in Homs, christliche und muslimische Führungspersönlichkeiten an. Patriarch Aphrem würdigte die Bemühungen der Versöhnungskommission um die Verbreitung einer „Kultur der Nächstenliebe und der Toleranz“. Er hoffe auf den Tag, an dem in ganz Syrien wieder der Friede regiere, betonte der Patriarch.




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