Letztes Update am Di, 12.03.2019 13:46

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Missbrauch an Skihauptschule 2: Für Gutachterin Opfer „glaubhaft“



Innsbruck/Neustift im Stubaital (APA) - Die psychiatrische Gutachterin erläuterte vor Gericht, dass die Betroffene bis heute an einer schwergradigen psychischen Erkrankung leide, die immer noch behandlungsbedürftig sei. Laut der Psychiaterin wirken die Angaben des Opfers „erlebnisbasiert und sehr glaubhaft“. „Es spricht sehr vieles dafür, dass die Schilderungen auf realen Erlebnissen basieren“, so die Sachverständige.

Ob in dem konkreten Fall ein sexueller Übergriff die psychische Erkrankung der Frau ausgelöst habe, könne nicht eindeutig geklärt werden. „Ein derartiger Rückschluss ist nie eindeutig möglich. Die geschilderten sexuellen Übergriffe können aber definitiv einen derartigen Krankheitsverlauf auslösen. Die entscheidenden Verletzungen sind sicher im Kindesalter passiert“, erklärte die Psychiaterin.

Die Eltern der Schülerin hätten damals nichts von den Übergriffen gewusst. „Sie hatte aber immer wieder Panikattacken und wurde daraufhin psychologisch betreut. Dabei ist das Ganze dann herausgekommen“, schilderte die als Zeugin geladene Mutter der Betroffenen. Zunächst habe ihre Tochter keine Anzeige erstatten wollen, obwohl ihr ihre damalige Psychologin dies nahe gelegt hätte. Im Zuge der von Nicola Werdenigg ausgelösten Debatte über Missbrauch im Sport habe sie dann aber ihre Meinung geändert. „Sie hat es erst dann gemeldet, als sie gemerkt hat, dass sie nicht alleine ist“, sagte die Mutter.

Auch ihren Mitschülerinnen, von denen einige ebenfalls als Zeuginnen geladen waren, hatte sich die damals Elf- bis 13-Jährige nicht anvertraut. „Sie hat mir nichts erzählt, erst in den letzten Wochen, bevor sie die Schule verlassen hat, hat sie sich verändert“, erinnerte sich eine ehemalige Zimmerkameradin. Die ehemaligen Schülerinnen meinten jedoch unisono, dass es bei ihnen nie zu Vorfällen gekommen war. Lediglich eine ehemalige Schülerin schilderte eine für sie „unangenehme Situation“, als der angeklagte Pädagoge bei einer Massage des Oberschenkels beim Start vor einem Rennen „zu weit nach oben“ gerutscht war.




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