Letztes Update am Di, 12.03.2019 14:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ratingagentur S&P: Schwere Finanzkrise wie 2008 unwahrscheinlich



Melbourne (APA/dpa) - Eine schwere Finanzkrise wie im Jahr 2008 ist nach Einschätzung der US-Ratingagentur Standard & Poor‘s derzeit unwahrscheinlich. Zwar sei die weltweite Verschuldung höher als vor einem Jahrzehnt, teilte S&P am Dienstag in Melbourne mit. Zugleich sei aber auch das Ansteckungsrisiko über die Finanzmärkte geringer als vor zehn Jahren.

„Ein weiterer Kreditabschwung mag unvermeidlich sein, wir glauben aber nicht, dass es so schlimm kommen wird wie während der weltweiten Finanzkrise von 2008 bis 2009“, sagte S&P-Analyst Terry Chan. Er nannte zwei Gründe für seine Einschätzung: Zum einen sei die weltweite Verschuldung vor allem durch die Staatsverschuldung entwickelter Volkswirtschaften getrieben. Diesen Schuldnern brächten Anleger aber ein vergleichsweise hohes Vertrauen entgegen.

Zum anderen verwies Chan darauf, dass die hohe Verschuldung chinesischer Unternehmen weitgehend durch inländische Kredite finanziert sei. Auch dies begrenze das internationale Übertragungsrisiko im Falle finanzieller Verwerfungen.

Die große Finanzkrise 2008 hatte zahlreiche Bankenpleiten, Millionen von Arbeitslosen und eine schwere Rezession zur Folge. Sie ging vom US-amerikanischen Häusermarkt aus und verbreitete sich schlagartig auf viele Länder. Ausschlaggebend war die hohe Vernetzung der Banken und deren Engagement in Wertpapieren, mit denen amerikanische Hypothekenschulden verbrieft und weiterverkauft wurden.




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