Letztes Update am Di, 12.03.2019 14:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Visegrad-Staaten feierten in Prag Jahrestag ihrer NATO-Beitritte



Prag/Warschau/Brüssel (APA) - Tschechien, Polen, Ungarn und die Slowakei bewerten den NATO-Beitritt ihrer Länder vor 20 Jahren bzw. 15 Jahren im Falle der Slowakei als „positiv“ und „richtig“. Die Mitgliedschaft in der Allianz sei eine Garantie für Sicherheit und Wohlstand, betonten die Staatspräsidenten der Staaten der Visegrad-Gruppe am Dienstag bei einem Festakt anlässlich des Jahrestages auf der Prager Burg.

„Die Geschichte des 20. Jahrhundert hat gezeigt, dass sich Staaten unserer Größe allein nicht verteidigen können“, sagte der tschechische Regierungschef Andrej Babis.

Der tschechische Staatschef Milos Zeman warnte in diesem Zusammenhang vor Verhandlungen mit den radikalislamischen Taliban hinter dem Rücken der Regierung in Kabul. Sollte Afghanistan einmal unter Kontrolle der Taliban kommen, werde das Land zu einer terroristischen Basis, von der aus Europa angegriffen werden könne, meinte Zeman. Er hob deshalb die Teilnahme an Auslandseinsätzen der NATO, insbesondere in Afghanistan hervor.

Der ungarische Staatspräsident Janos Ader erklärte, es wäre für Ungarn ein „großer Fehler“ gewesen, hätte es seine „schicksalhafte Chance“ der NATO-Mitgliedschaft verpasst. Der NATO-Beitritt sei für Ungarn eine Genugtuung für den verlorenen Kampf für die Freiheit 1956 und eine Anerkennung des Falles des Eisernen Vorhangs gewesen.

Polens Staatschef Andrzej Duda griff in seiner Rede die „imperiale Politik“ Russlands auf. „Die Drohungen, die uns mehr als 40 Jahre plagten, kehren heute leider zurück. Wir müssen vorbereitet sein“, sagte Duda. Seit dem Beginn des Konflikts zwischen Russlands und der Ukraine hat die NATO ihre Präsenz in ihrem östlichen Bündnisgebiet verstärkt.

Laut dem slowakischen Staatspräsidenten Andrej Kiska haben die Visagrad-Staaten der NATO-Mitgliedschaft zu verdanken, dass sie heute in Frieden und Wohlstand lebten. Die durch die Mitgliedschaft in der Allianz entstandene Sicherheit und Stabilität habe auch viele Investoren nach Osteuropa gelockt. Explizit sprach Kiska das Thema der Ost-West-Trennung an. Man solle sich nicht beirren lassen von jenen, die spalten wollen, sondern eine „Brücke“ in der Mitte darstellen, so Kiska.

~ WEB http://www.nato.int/ ~ APA362 2019-03-12/14:12




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