Letztes Update am Di, 12.03.2019 16:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Boeing-Absturz - Zahlreiche Start- und Landeverbote für 737 Max 8



Addis Abeba/Chicago (APA/dpa/sda/Reuters/AFP) - Nach zwei Abstürzen innerhalb weniger Monate wenden sich viele Airlines und Luftfahrtbehörden aus Furcht vor einem technischen Problem vom neuen Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8 ab. Gut ein Drittel der rund 350 seit 2017 ausgelieferten Maschinen bleibt infolge des Flugzeugabsturzes in Äthiopien am Sonntag mit 157 Toten inzwischen am Boden. Ein Überblick:

- Mehrere Länder haben ein Startverbot gegen den Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8 oder die gesamte Serie der 737 Max-Flieger verhängt. Darunter sind China, Indonesien, Großbritannien, Singapur, Australien, Malaysia und der Oman. Allein in China sind von dem Verbot knapp 100 Flugzeuge betroffen.

- Die US-Luftfahrtbehörde FAA, in deren Aufsichtsbereich Dutzende Boeing 737 Max 8 im Einsatz sind, hat kein Startverbot ausgesprochen.

- Seit Montag haben sich mehrere Fluggesellschaften freiwillig entschieden, die Maschinen vorsichtshalber auf dem Boden zu lassen. Dazu gehören: Ethiopian Airlines (4 Flugzeuge), die mexikanische Aeromexico (6), Aerolineas Argentinas (5), Cayman Airways (2) aus der Karibik, die südkoreanische Airline Eastar (2), die brasilianische Gesellschaft Gol (7), Südafrikas Comair (1) und auch die Fluggesellschaft Norwegian (18).

- Der weltgrößte Reisekonzern Tui stoppte nach dem Flugverbot für die Boeing 737 Max 8 in Großbritannien alle Flüge mit dem umstrittenen Flugzeugtyp. Der Schritt umfasse alle Fluggesellschaften des Konzerns, teilte ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Hannover mit. Kunden, die von diesem Mittwoch an auf Flüge mit einer der 15 Boeing-Max-Maschinen gebucht sind, will der Konzern auf seiner Internetseite über Änderungen der Reisepläne informieren. Die Maschinen des betroffenen Typs der deutsch-britischen Fluggesellschaft sind in Großbritannien und den Benelux-Staaten stationiert.

- Andere Airlines sowie die US-Fluggesellschaften Southwestern Airlines, American Airlines und auch die kanadische Air Canada (24) halten bisher an den Flugzeugen fest.

- Einige Länder und Airlines warten noch auf die Ergebnisse der Unfallermittlungen und die offiziellen Empfehlungen von Boeing, so auch die Schweiz. In der Schweiz sei zudem kein Flugzeug dieses Typs immatrikuliert, teilte das Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) mit.

- Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) verwies am Rande einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien erneut auf die Zuständigkeit der EASA und meinte, dass in Österreich jedoch konkret immer jedes einzelne Flugzeug gecheckt wird. Im Fall der Boeing 737 Max 8 dürfte es Probleme bei der Software geben, meinte Hofer. Dabei handle es sich jedenfalls um „eine Sache, die schwerwiegend ist“ und für Boeing noch „ein großes Problem“ werde. Allerdings geht der Minister davon aus, dass der Flugzeughersteller dieses „rasch in den Griff bekommt“.

- Die europäische Luftfahrtbehörde EASA stellte für Dienstagabend eine Bewertung der Situation aus ihrer Sicht in Aussicht. Ein Sprecher der Behörde widersprach allerdings Gerüchten, dass eine Sperrung des europäischen Luftraums für den Maschinentyp geplant sei.

~ ISIN US0970231058 WEB http://www.boeing.com/ ~ APA458 2019-03-12/16:00




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