Letztes Update am Di, 12.03.2019 16:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Iran - Menschenrechtsanwältin zu zehn weiteren Jahren Haft verurteilt



Teheran (APA/AFP) - Die prominente iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh muss laut ihrem Ehemann zehn weitere Jahre in Haft. Reza Khandan widersprach damit am Dienstag einem Bericht der Nachrichtenagentur Isna, wonach Sotudeh wegen Verschwörung gegen das System und Beleidigung von Irans geistlichem Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde.

Er wisse nicht, worauf sich der Bericht beziehe, sagte Khandan. Die vom Europäischen Parlament mit dem Sacharow-Preis ausgezeichnete Anwältin war im Juni 2018 festgenommen worden. Damals wurde ihr gesagt, sie sei in Abwesenheit wegen Spionage zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Laut ihrem Ehemann wurde sie nun in Abwesenheit wegen sieben weiterer Anklagepunkte verurteilt, wobei das längste Strafmaß wegen „Anstiftung zur Ausschweifung“ zehn Jahre betrage.

Wie Khandan der Nachrichtenagentur AFP erklärte, beläuft sich die gesamte Haftstrafe auf 33 Jahre, doch müsse seine Frau nur die längste Einzelstrafe von zehn Jahren absitzen. Sotudeh sei außerdem zu 148 Peitschenhieben verurteilt worden, insbesondere weil sie zu einer Anhörung ohne Kopftuch erschienen sei. Von den Vorwürfen, die am Montag die Nachrichtenagentur Isna genannt hatte, habe er keine Kenntnis, sagte Khandan.

Die 55-jährige Anwältin hatte bereits nach 2010 drei Jahre in Haft verbracht wegen „Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit“ und „Propaganda gegen das Regime“. Damals hatte sie Demonstranten verteidigt, die 2009 an den Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl des ultrakonservativen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad teilgenommen hatten. Auch ihr Ehemann Khandan wurde im Jänner zu sechs Jahren Haft verurteilt.




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