Letztes Update am Di, 12.03.2019 20:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Boeing-Absturz - Hofer: „Würde in dieses Flugzeug nicht einsteigen“



Addis Abeba/Wien/Europa-weit (APA) - „Ich würde in dieses Flugzeug nicht einsteigen“, sagte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) kurz nach der Bekanntgabe, dass Österreich den Luftraum für Boeing 737 Max gesperrt hat. Hofer, der selbst eine Pilotenlizenz besitzt, erklärte: „Wir waren gezwungen, selbst aktiv zu werden.“ Die Probleme, die sich bei der Software des Typs 737 Max 8 gezeigt hatten, würden „eine echte Gefahr darstellen“.

Es besteht der Verdacht, dass die Software beim Start in einer Art und Weise eingreife, die zum Absturz führe, sagte der Verkehrsminister am Dienstag. Das müsse der Flugzeughersteller nun beheben. „Für Boeing ist es ein riesiger Schaden“, meinte Hofer. „Ich glaube, es sind derzeit etwa 300 Flugzeuge dieses Typs ausgeliefert, etwa 2.000 in der Pipeline. Also wenn Boeing das nicht schafft, dann ist der Schaden für das Unternehmen wirklich enorm.“ Der Verkehrsminister, der das Vorgängermodell der 737 Max 8 kennt, glaubt, dass die Problembehebung etwa zwei bis drei Wochen dauern wird. Denn „jetzt greift die Elektronik direkt ein und der Pilot hat keine Chance, das Flugzeug sicher auf den Boden zu bekommen“.

Zeitgleich mit dem Statement Hofers hat auch die europäische Flugaufsicht EASA ein Flugverbot für die Boeing 737 Max 8 verhängt. „Es ist gut, wenn wir das machen, wenn Deutschland das macht, eigentlich müsste der gesamte Luftraum der Europäischen Union für diesen Flugzeugtyp gesperrt werden“, zeigte sich Hofer noch vor der EASA-Bekanntgabe überzeugt. Ab Mitternacht gilt das Flugverbot für den österreichischen Luftraum.




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