Letztes Update am Di, 12.03.2019 22:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Brexit - Kneissl: „Es deutet sehr, sehr vieles auf harten Brexit hin“



Wien (APA) - Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) hält nach dem Scheitern des ausgebesserten Brexit-Deals im britischen Parlament einen EU-Austritt Großbritanniens ohne Abkommen für wahrscheinlich. „Es deutet sehr, sehr viel darauf hin, dass es ein harter Brexit wird“, sagte Kneissl am Dienstagabend gegenüber der APA. Für sie kommt diese Entwicklung „nicht sehr überraschend“.

„Ich hab in den letzten drei Monaten schon immer gesagt, für mich deutet vieles auf einen harten Brexit hin, aufgrund der verfahrenen Positionen. Und ich hab mich gefragt, was kann man jetzt noch erreichen, was man in den eineinhalb Jahren Verhandlungen vorher nicht schon erreicht hat.“ Auch die „emotionale Dimension“ dürfe nicht unterschätzt werden. „Da sind Frustrationen einfach da.“

In Bezug auf eine mögliche Verschiebung des Brexit gab sich Kneissl zurückhaltend. Denn es sei unklar, was man mit einer Fristverlängerung erreichen wolle. „Wenn ein Ansuchen der Briten mit einem gewissen Mehrwert kommt - inhaltlich -, dann wird man versuchen, sie unterstützen. Aber aufgrund der Tatsache, dass wir immer noch nicht wissen, was London genau will, sind wir da, wo wir sind.“

Auch für mögliche Zugeständnisse der EU an London „bräuchten wir britischerseits eine klare Aussage, was sie wollen“. Auf die Frage, ob die EU noch etwas tun könne, um einen harten Brexit zu verhindern, antwortete die Außenministerin mit einer historischen Metapher. „Wir befinden uns zwischen dem 12. und dem 15. März mitten im Iden des März“, sagte sie unter Anspielung auf die Metapher für bevorstehendes Unheil, die auf die Ermordung von Julius Caesar Bezug nimmt. „Die Iden des März sind nicht die besten für richtungsweisende Entscheidungen.“




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