Letztes Update am Mi, 13.03.2019 06:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Foto Wien“: Monat der Fotografie unter neuem Namen und Profil



Wien (APA) - Am 20. März erhält Wien ein neues Festival. Der Monat der Fotografie heißt künftig „Foto Wien“ und wird organisatorisch vom Kunst Haus Wien betreut. Eine Fachjury entschied sich für 130 Programmpartner der lokalen und internationalen Fotoszene, um bis 20. April das Medium Fotografie in Ausstellungen, Talks, Workshops und Bildanalysen in all seinen Facetten zu beleuchten.

Das „Foto Wien“ Festival solle, anders als der Vorgänger „Eyes On“, aus einem „kuratierteren Programm mit klaren Richtlinien“ bestehen, schickte die Festival-Leitung in einer Aussendung voraus. Wiener Museen, Ausstellungshäuser, Galerien, Kunstuniversitäten, Künstlerinitiativen und Off-Spaces werden von lokalen und internationalen künstlerischen und wissenschaftlichen Beiträgen bespielt. Als Festivalzentrum dient die von Otto Wagner gebaute Postsparkasse, die mehrere Eigenproduktionen des Festivals beherbergt. Die teilnehmenden Institutionen reichen von der Albertina über die Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt bis zum Filmarchiv Austria und von der Kieslerstiftung über die Galerie Anzenberger bis zu Zeller Van Almsick.

„Aus mehrfacher Perspektive betrachtet ist Fotografie das Medium der Zeit, es spielt in vielen Bereichen des Lebens eine Rolle“, erklärt „Foto Wien“-Kuratorin Verena Kaspar-Eisert im Gespräch mit der APA. „Das Festival soll lokalen und internationalen Tendenzen eine Bühne bieten, um das große Spannungsfeld des Mediums begreifbar zu machen.“

Der Europäische Monat der Fotografie (EMOP), 2004 in Paris gegründet, ist ein non-profit Festival, das mittlerweile in acht europäischen Partnerstädten ausgetragen wird. Es soll der internationalen Vernetzung und dem Erfahrungs- und Informationsaustausch in Europa dienen. Neben Wien wird der Monat der Fotografie zu unterschiedlichen Zeitpunkten auch in Athen, Berlin, Bratislava, Budapest, Ljubljana, Luxemburg und Paris ausgetragen. Bis zuletzt lief der Monat der Fotografie in Wien unter dem Titel „Eyes On“.

Zentrum des Geschehens ist die Postsparkasse. Hier geht etwa das Buch- und Ausstellungsprojekt „Bodyfiction“ über die Bühne. Es zeigt fünf künstlerische Positionen, die in Partnerstädten gezeigt wurden und vom Europäischen Monat der Fotografie mit dem EMOP Arendt Award ausgezeichnet wurden. Die Beiträge setzen sich laut Ankündigung mit der „Inszenierung, Instrumentalisierung und Repräsentation des menschlichen Körpers“ auseinander.

Die große Ausstellung „Curator‘s Choice“ legt ihren Fokus auf eine künstlerische Auswahl österreichischer Strömungen und Positionen, kuratiert von einem weiblichen Trio aus den Niederlanden, der Schweiz und Finnland. Kritische Töne schlägt die Ausstellung „Monsanto: A Photographic Investigation“ an. Der französische Fotograf Mathieu Asselin betrieb Nachforschungen zum umstrittenen Pflanzenschutzmittel Glyphosat, sprach mit Betroffenen und porträtierte sie.

Ebenfalls in der Postsparkasse wird die von Walter Seidl kuratierte Ausstellung „Urbane Zonen/Urban Zones“ am 20. März um 20 Uhr eröffnet. Sie nimmt sich an den Beispielen Wien und Paris des Phänomens Stadt und seiner Wirkungsbereiche an. Einen inhaltlichen Kontrapunkt dazu bildet die Ausstellung „Über Leben am Land“ im Kunst Haus Wien ab 23. März. Sie unterzieht das Landleben einer facettenreichen Analyse und widerlegt so manche von Medien geprägte Vorstellung des ruralen Raums.

(S E R V I C E - „Foto Wien“, Festival zum Monat der Fotografie, Eröffnung: 20. März um 20 Uhr in der Wiener Postsparkasse, Georg-Coch-Platz 2, Wien 1., Festivaldauer bis 20. April, unterschiedliche Öffnungszeiten, mehr Infos zum gesamten Programm sowie Termine zu Workshops, Talks und Bildbesprechungen unter https://www.fotowien.at/de)

(B I L D A V I S O – Pressebilder stehen unter https://www.fotowien.at/de/presse/ zum Download bereit.)




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