Letztes Update am Mi, 13.03.2019 08:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vietnam verlangt Freilassung von mutmaßlicher Kim-Attentäterin



Hanoi (APA/dpa) - Vietnam hat von Malaysia die Freilassung der mutmaßlichen Mörderin des Halbbruders von Kim Jong-uns Halbbruder verlangt. Die Regierung des kommunistischen Einparteienstaats veröffentlichte am Mittwoch einen Brief an Malaysia, wonach auch die Vietnamesin Doan Thi Huong freikommen soll.

Die 30-Jährige hatte den Halbbruder von Nordkoreas Machthaber, Kim Jong-nam, im Februar 2017 zusammen mit einer Indonesierin bei einem Giftanschlag getötet. Ihre Mitangeklagte (27) kam am Montag völlig überraschend frei.

Die Entscheidung über eine Einstellung des Verfahrens durch die malaysische Justiz fällt möglicherweise bereits an diesem Donnerstag. Dann ist ein neuer Termin vor Gericht. Vietnams Justizminister Le Thanh Long appellierte an seinen Kollegen in Malaysia, Tommy Thomas, auf der Grundlage von „guter Freundschaft und strategischer Partnerschaft“ zwischen beiden Ländern, die Frau freizulassen. Ähnlich hatte auch Indonesien argumentiert - mit Erfolg.

Beide Frauen behaupten, dass sie nicht wussten, was sie taten. Angeblich dachten sie, dass sie für einen Fernsehscherz im Stil der „Versteckten Kamera“ einem fremden Mann Babylotion ins Gesicht drücken sollten. Tatsächlich handelte es sich dabei um ein Nervengift. Auf Mord steht in Malaysia die Todesstrafe. Vermutet wird, dass der nordkoreanische Geheimdienst hinter dem Attentat steckt. Kim Jong-nam galt als möglicher Rivale seines jüngeren Halbbruders. Er lebte die letzten Jahre außerhalb von Nordkorea.




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