Letztes Update am Mi, 13.03.2019 09:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bekannte um mehr als 800.000 Euro betrogen - Burgenländer vor Gericht



Eisenstadt (APA) - Am Eisenstädter Landesgericht hat sich am Mittwoch ein 51-jähriger Burgenländer wegen gewerbsmäßig schwerem Betrug verantworten müssen. Der Mann soll 14 Personen aus seinem Bekannten- bzw. Familienkreis um mehr als 800.000 Euro gebracht haben. Er soll u.a. vom Schwiegervater der eigenen Tochter rund 188.000 erhalten haben um diese gewinnbringend zu veranlagen. Er zeigte sich geständig.

Insgesamt soll der Mann laut Anklageschrift mindestens 14 Personen im Zeitraum von mehreren Jahren betrogen haben. Begonnen habe laut Staatsanwältin Verena Strnad alles mit einem Privatdarlehen in der Höhe von 15.000 Euro, das er wissentlich nicht zurückzahlen konnte. Dann habe er „verschiedene Personen Glauben gemacht, er würde für sie Geld gewinnbringend veranlagen“, berichtete Strand.

„Besonders verwerflich“ sei gewesen, dass es sich um Personen gehandelt habe, „die ein Vertrauensverhältnis zum Angeklagten hatten“, meinte die Anklägerin. Der 51-Jährige, der einst bei einer Bank arbeitete, habe auch Leute überredet, vorhandene Veranlagungen aufzulösen und bei ihm abzuschließen. „Und er ist auf Leute aktiv zugegangen“, so Strnad.

Einer von drei Privatbeteiligtenvertreter hielt vor dem Schöffensenat fest, dass es „bis heute kein Wort der Entschuldigung und kein Cent Wiedergutmachung“ gegeben habe. „Er hat die Ersparnisse eines ganzen Lebens durchgebracht“, betonte ein Vertreter von fünf Geschädigten. Ein weiterer Anwalt berichtete, der Angeklagte habe gemeinsame Urlaube mit der Familie des Schwiegersohns gemacht. Um diese oder auch die Hochzeit der Tochter zu bezahlen, habe er Geld zum weiteren Veranlagen vom Schwiegervater der Tochter genommen. „Etwas Verwerflicheres gibt es eigentlich nicht“, meinte der Anwalt.

„Ja, das stimmt alles so“, sagte der Angeklagte auf Nachfrage von Schöffensenatsvorsitzender Richterin Karin Lückl. In diese Situation sei der Mann aufgrund der Finanzkrise gekommen, hielt sein Verteidiger fest. „Die Taten, die dem Herrn Angeklagten zu Last gelegt werden, sind nicht zu entschuldigen“, so der Anwalt. Die Verhandlung ist bis Mittwochmittag anberaumt.




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