Letztes Update am Mi, 13.03.2019 10:49

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Thurgauer Obergericht befasst sich mit bizarrem Tötungsdelikt



Frauenfeld (APA/sda) - Nach dem Bezirksgericht Frauenfeld befasst sich am Mittwoch das Thurgauer Obergericht mit einem bizarr anmutenden Tötungsdelikt: Ein heute knapp 52-jähriger Mann hatte Anfang 2016 seine erwachsene Tochter zu Tode getrampelt. Er wollte sie nach eigenen Angaben von einem Dämon befreien.

Vor einem Jahr verurteilte das Bezirksgericht den Beschuldigten wegen eventualvorsätzlicher Tötung zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren. Er habe mit dem Tod der jungen Frau rechnen müssen und ihn in Kauf genommen. Die Verteidigung hatte auf drei Jahre wegen fahrlässiger Tötung plädiert.

Der Staatsanwalt hatte eine Bestrafung mit 14 Jahren Freiheitsentzug gefordert. Er hatte außer eventualvorsätzlicher Tötung auch Vorwürfe der Schändung sowie Störung des Totenfriedens erhoben. In diesen Anklagepunkten kam das Gericht jedoch zu Freisprüchen.

Das Opfer, eine 25-jährige, sehr zart gebaute, kleinwüchsige und geistig behinderte Frau, war die Tochter des Deutschen. Sie und ihr Vater hatten sich allerdings erst zweieinhalb Jahre vor der Tat kennengelernt. Beide waren in der Mittelalter-Szene aktiv. Zum tödlichen Vorfall kam es am Abend des 2. Jänner 2016 in Wagenhausen im Kanton Thurgau in der Wohnung eines Bekannten, der zur Tatzeit außer Haus war.

Um der Tochter einen Dämon auszutreiben, nahm der Vater eine „Massage“ vor, bei der er mit bloßen Füssen kräftig auf ihrem Körper herumtrampelte. Das Opfer erlitt schwerste innere Verletzungen. Obwohl die Verletzte zusammenbrach, holte der Vater keine Hilfe - er glaubte, sie selbst reanimieren zu können. Dies gelang ihm jedoch nicht. Die junge Frau starb.

Der Mann wurde noch in der Tatnacht festgenommen. Der in Deutschland wegen Drogendelikten und wegen Körperverletzung vorbestrafte Mann befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug.




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