Letztes Update am Mi, 13.03.2019 12:52

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pflege - Korosec kritisiert Gütesiegel für 24-Stunden-Betreuung



Wien (APA) - Die Präsidentin des ÖVP-Seniorenbundes, Ingrid Korosec, kritisiert das von FPÖ-Sozialministerin Beate Hartinger-Klein angekündigte Gütesiegel für die 24-Stunden-Pflege. In einer Aussendung meinte Korosec am Mittwoch, die Pläne würden an den realen Problemen vorbeigehen. Sie forderte insbesondere Verbindlichkeit ein und lehnte die geplante Freiwilligkeit für die Vergabe des Gütesiegels ab.

„Freiwilligkeit ist ein hoher Wert. Bei der Vermittlung von Betreuerinnen und Betreuern, die in den eigenen vier Wänden uns selbst oder unsere Angehörigen betreuen, reichen Absichtserklärungen nicht aus. Gerade Privatpersonen müssen sich darauf verlassen können, dass sich ein Gütesiegel an objektivierbaren, verpflichtenden Qualitätskriterien orientiert. Ein Lippenbekenntnis hilft uns nicht weiter“, sagte Korosec. Sie fordert eine gesetzliche Verpflichtung, sobald eine 24-Stunden-Betreuung durch einen Bundeszuschuss mitfinanziert wird.

Dass für das Gütesiegel „geeignete Betreuungskräfte“ herangezogen werden müssen, reicht Korosec ebenfalls nicht, sie verlangt auch den Nachweis von Deutschkenntnissen. Zudem fordert die ÖVP-Seniorenbund-Präsidentin, dass auch ausländische Agenturen ein verpflichtendes Qualitätszertifikat erhalten. Dazu sollen Vereinbarungen mit den betroffenen Staaten geschlossen werden. Schließlich verlangt Korosec auch Kontrollen von Inkassovollmachten, die viele Vermittlungsagenturen in ihre Verträge schreiben.

Mit dem vom Sozialministerium angekündigten Gütesiegel können sich Vermittlungsagenturen zu Qualitätsstandards verpflichten. So müssen sich die Agenturen beispielsweise vertraglich verpflichten, in regelmäßigen Abständen, mindestens aber einmal pro Quartal, eine Qualitätssicherung durch Hausbesuche diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger durchzuführen und für einen Notfallplan zu sorgen.




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