Letztes Update am Mi, 13.03.2019 14:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Singapurer Wirecard-Manager beurlaubt - Aktie sinkt erneut



Aschheim (APA/dpa) - Der von Börsenspekulanten geplagte DAX-Konzern Wirecard hat den im Zentrum von Negativschlagzeilen und Kursgewittern stehenden Manager in Singapur beurlaubt. Der Mann habe zunächst bis 8. März selbst Urlaub beantragt, anschließend habe das Unternehmen den Urlaub verlängert, sagte eine Wirecard-Sprecherin am Mittwoch und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

Die Aktie des Bezahldienstleisters an der Frankfurter Börse verlor am Mittwoch bis 14.00 Uhr gut fünf Prozent ihres Werts.

Wirecard sitzt im Münchner Vorort Aschheim und stellt Schnittstellen für elektronisches und bargeldloses Bezahlen per Handy her, das Unternehmen kooperiert dabei mit Apple, Google, Visa, den chinesischen Unternehmen Alipay und Tencent und anderen Größen der Finanzbranche. Das Unternehmen gilt als eine der wenigen deutschen Erfolgsgeschichten in der Digitalisierung, hat jedoch seit Jahren mit Attacken von Börsenspekulanten zu kämpfen.

Ein Journalist der Londoner Financial Times hatte in den vergangenen Wochen mehrere Negativberichte über den Singapurer Manager veröffentlicht und diesem kriminelle Manipulationen vorgeworfen. Folge waren mehrfache Kurseinbrüche, zeitweise hatten die Wirecard-Papiere über ein Drittel ihres Werts verloren.

Da derartige Ausschläge bei DAX-Unternehmen sehr ungewöhnlich sind, überprüfen die Finanzaufsicht Bafin und Münchner Staatsanwaltschaft, ob gezielte Manipulation dahinter steckt. Wirecard hat die Berichte mehrfach zurückgewiesen. Nach Angaben von Vorstandschef Markus Braun - er ist gebürtiger Österreicher - stammen die Vorwürfe von einem Kollegen des Mannes, Belege dafür wurden laut Unternehmen bisher nicht gefunden. Wirecard hat eine Singapurer Kanzlei mit einer Untersuchung beauftragt, der Bericht liegt aber noch nicht vor.

~ ISIN DE0007472060 WEB http://www.wirecard.de ~ APA379 2019-03-13/14:28




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