Letztes Update am Mi, 13.03.2019 16:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gewerkschaften warnen vor möglicher Fusion Deutsche Bank-Commerzbank



Frankfurt am Main/Frankfurt (APA/AFP) - Gewerkschafter warnen vor einer möglichen Fusion der beiden größten deutschen Privatbanken, Deutsche Bank und Commerzbank. „Wir stehen einer möglichen Fusion kritisch gegenüber, weil mindestens 10.000 weitere Arbeitsplätze akut gefährdet wären“, erklärte die Dienstleistungsgesellschaft ver.di am Mittwoch.

Durch eine Fusion entstehe auch kein „nationaler Champion“, weil beide Banken bereits jetzt alle Anforderungen der deutschen Wirtschaft erfüllen könnten. Stattdessen würden die Geldhäuser nur interessanter für feindliche Übernahmen aus dem Ausland, Frankreich etwa. Zudem seien beide Banken im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden stark, wobei die Erträge dort schon jetzt zu gering seien. Diese Erlösprobleme würden sich durch eine Zusammenführung der Kundenstämme möglicherweise sogar noch verschärfen. Schließlich könnte „die Eigenkapital-Decke der fusionierten Bank eher schwächer werden als stärker“.

Der Vorsitzende des Deutschen Bankangestellten-Verbands, Stephan Szukalski, erklärte: „Das Beispiel der Fusion Commerzbank/Dresdner Bank zeigt, dass eine solche Fusion mit massiven Filialschließungen und Personalabbau von mindestens 15.000 Mitarbeitern schnell mehr Geschäft kostet, als Kosten eingespart werden.“ Bei den verschiedenen Baustellen, die beide Häuser derzeit zu bewältigen haben, „eine Fusion mit der Commerzbank auch nur zu erwägen, ist absurd“, kritisierte der Gewerkschaftsvertreter im Aufsichtsrat der Deutschen Bank. „Was mich besonders ärgert: Dass, trotz aller dieser wirtschaftlichen Gründe gegen einen solchen Schritt zumindest mal zum jetzigen Zeitpunkt, aber vermutlich auch dauerhaft, ein sozialdemokratisch geführtes Finanzministerium einen so massiven Druck ausübt“.

Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte am Montag in Brüssel gesagt: „Es gibt Beratungen über die Situation wie sie ist.“ Die deutsche Regierung sei ein „fairer Begleiter von privatwirtschaftlichen Diskussionen“. Beobachter werteten das als Bestätigung für Gespräche zwischen den beiden Banken über eine mögliche Fusion.

~ ISIN DE0005140008 DE000CBK1001 WEB https://www.deutsche-bank.de/index.htm

https://www.commerzbank.de/ ~ APA459 2019-03-13/16:14




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