Letztes Update am Do, 14.03.2019 11:23

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeitszeit - Grenzwerte zum Arbeitnehmerschutz werden adaptiert



Wien (APA) - Der Großteil der im Arbeitnehmerschutz geltenden Grenzwerte ist für eine tägliche Exposition von 8 Stunden festgesetzt worden. Nun werden die Grenzwerte adaptiert, denn viele Menschen arbeiten länger als 8 Stunden. Das hat das Arbeitsministerium von Beate Hartinger-Klein (FPÖ) den Arbeitsinspektoraten per Erlass aufgetragen. Die Arbeiterkammer sieht sich in ihrer Kritik am 12-Stundentag bestätigt.

Die Anpassung der Grenzwerte erfolgt laut dem Erlass vom Februar, weil „eine relevante Zahl von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Arbeitszeitmodellen beschäftigt ist, durch die es zu 8 Stunden überschreitenden Arbeitszeiten kommt (...)“, wie es darin heißt. Auf die neuen Arbeitszeitregeln, die einen 12-Stunde-Tag oder 60-Stunden-Woche erleichtern, wird nicht eigens eingegangen.

Die AK habe von Anfang an vor längeren Arbeitszeiten gewarnt, erinnerte AK-Wien-Präsidentin Renate Anderl in einer Aussendung. „Jetzt kommt die Bestätigung für unsere Warnung auch aus dem Sozialministerium. Die ArbeitgeberInnen müssen die Grenzwerte von gesundheitsschädigenden Arbeitsstoffen neu anpassen.“ Aus AK-Sicht hat das Arbeitsinspektorat „jetzt auf die wohl begründete Kritik mit einem Erlass reagiert“.

Arbeitgeber müssen mehr Schutzmaßnahmen zur Reduktion von Grenzwerten treffen, bevor sie Arbeitszeiten von mehr als 8 Stunden am Tag verlangen. Andernfalls würden wichtige Schutzvorschriften verletzt und die Gesundheit von Arbeitnehmern gefährdet.

„Die ArbeitgeberInnen sind aufgefordert, die Evaluierung nach dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz neu durchzuführen, wenn sie von verlängerten Arbeitszeiten Gebrauch machen wollen“, so Anderl. „Der neue Erlass gibt dafür die konkreten Berechnungen von Grenzwerten für chemische Arbeitsstoffe, Lärm, Vibrationen und optische Strahlung vor. Bei einem 12-Stunden-Tag halbieren sich etwa die Grenzwerte für gesundheitsschädigende Arbeitsstoffe.“ In Richtung von Arbeitsministerin Hartinger-Klein meinte Anderl, dass der Erlass „ein wichtiger Zwischenschritt“ sei. Es seien aber noch entsprechende Verordnungen im Sinne des Arbeitnehmerschutzes zu novellieren.

~ WEB http://www.arbeiterkammer.at ~ APA196 2019-03-14/11:18




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