Letztes Update am Do, 14.03.2019 12:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Israels Armee untersucht Tod von elf Palästinensern an Gaza-Grenze



Tel Aviv/Gaza (APA/dpa) - Die israelische Armee untersucht nach eigenen Angaben die Umstände des Todes von elf Palästinensern bei Konfrontationen an der Gaza-Grenze. Das Büro des Militärgeneralanwaltes habe entsprechende Ermittlungen der Militärpolizei angeordnet, teilte die Armee am Donnerstag mit. Die Palästinenser seien bei verschiedenen Zwischenfällen während der Proteste seit dem 30. März 2018 getötet worden.

UN-Experten waren Ende Februar zu der Schlussfolgerung gelangt, dass israelische Soldaten bei den Auseinandersetzungen an der Gaza-Grenze Menschenrechte verletzt und möglicherweise sogar Kriegsverbrechen begangen hätten.

Seit 30. März 2018 protestieren Palästinenser am Grenzzaun für eine Aufhebung der seit Jahren bestehenden Gaza-Blockade sowie für eine Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge in Gebiete, die heute zu Israel gehören. Sie schicken unter anderem fliegende Brandbomben Richtung Israel. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden bisher mehr als 260 Palästinenser getötet und Tausende verletzt.

Nach Angaben der Armee werden alle Fälle von getöteten Palästinensern überprüft. Ein israelischer Vertreter sagte, die konkreten Ermittlungen bezögen sich auf Fälle zwischen dem 30. März und dem 13. Juli. Darunter befindet sich demnach ein junger Mann, der nach palästinensischen Angaben am 30. März in den Rücken geschossen wurde. Außerdem wurde am 1. Juni eine Rettungsassistentin erschossen, deren Tod international für Empörung sorgte.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte den UN-Bericht umgehend zurückgewiesen.




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