Letztes Update am Do, 14.03.2019 13:11

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Salzburger Privatmedizinuni startet Zentrum für Public Health



Salzburg (APA) - Wie viele Spitalbetten braucht Salzburg in einem Fach? Zeigt ein Präventionsprojekt Wirkung? Wie muss die Gesundheitsversorgung angesichts einer alternden Bevölkerung aussehen? Es sind Fragen wie diese, auf die das am Donnerstag vorgestellte neue Zentrum für Public Health und Versorgungsforschung der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg (PMU) Antworten geben soll.

In dem Zentrum arbeiten die Institute für Allgemein-, Familien- und Präventivmedizin, die Pharmazie und die Pflegewissenschaft und -praxis der PMU zusammen. „Mit dieser Komplexität sind wir im deutschsprachigen Raum einzigartig“, sagte Jürgen Osterbrink, Vorstand des Instituts für Pflegewissenschaft und -praxis. Es gehe darum, die Gesundheitsversorgung der Zukunft aktiv mitzugestalten. Die Wissenschafter wollen dabei eng mit der Praxis zusammenarbeiten. Fragen wie der Hausärztemangel, Polymedikation, Multimorbidität oder der Einsatz von eHealth sollen interdisziplinär und multiprofessionell behandelt werden und Ergebnisse rasch in die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung vor Ort einfließen.

„Wir haben im Land Salzburg zahlreiche Projekte im Bereich Vorsorgemedizin“, nannte Gesundheitsreferent LHStv. Christian Stöckl (ÖVP) ein Beispiel dafür, wie er künftig mit dem neuen Zentrum zusammenarbeiten will. Es stelle sich aber die Frage, welche Projekte wirksam seien und ob das Land das Richtige finanziere. „Ich erwarte mir Hilfestellung für die Politik, damit wir noch treffsicherer werden“, meinte Stöckl.

Die Versorgungsforschung sei neben der biomedizinischen und der klinischen Forschung die dritte Säule der wissenschaftlichen Arbeit an der PMU, meinte Osterbrink. Er will vorerst vor allem lokale und regionale Fragen behandeln. Ein Ziel sei es, Unter-, Über- und Fehlversorgung im Gesundheitsbereich zu vermeiden. Wie wichtig das Feld ist, veranschaulichte Osterbrink mit Zahlen: Im Jahr 1990 habe der Anteil der chronischen Erkrankungen an den Gesamterkrankungen laut Weltgesundheitsorganisation WHO noch unter 50 Prozent gelegen. Im Jahr 2020 machen diese 70 Prozent des Erkrankungsspektrums aus.

Derzeit befasst sich das Zentrum unter anderem mit Projekten zur Verbesserung der Wirkung von Rehabilitationsmaßnahmen bei Diabetes-Patienten oder Medikamentensicherheit in Altersheimen. Die Forscher arbeiten auch an einer App, die Menschen, die ein künstliches Kniegelenk oder eine künstliche Hüfte bekommen, besser auf die Operation vorbereitet und sie nach dem Eingriff in der Nachsorge unterstützt.

Das Zentrum kümmert sich auch um Aus- und Weiterbildung. Im April starte der neue Masterstudiengang Public Health, kündigte Herbert Resch, Rektor der PMU, an. Die berufsbegleitende Ausbildung ist als Onlinestudium konzipiert.




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