Letztes Update am Do, 14.03.2019 13:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Slowenische Regierung plant Pensionsreform



Ljubljana (APA) - Die slowenische Mitte-Links-Minderheitsregierung plant das Regelpensionsalter von 65 auf 67 Jahre zu erhöhen. Das Antrittsalter soll zwischen 2023 und 2034 stufenweise angehoben werden, geht aus den am Mittwoch vorgestellten Plänen hervor. Die Änderung des Pensionssystems ist das erste Reformprojekt der neuen Regierung von Premier Marjan Sarec, die seit einem halben Jahr im Amt ist.

Das höhere Pensionsalter wird für Frauen und Männer gelten. Schon bei der letzten Pensionsreform im Jahr 2013, als das Antrittsalter auf 65 Jahre angehoben wurde, wurden die Bedingungen vereinheitlicht. Mit 67 Jahren werden künftig diejenigen Slowenen in Pension gehen können, die keine 40 Arbeitsjahre erfüllen. Derzeit liegt das tatsächliche Antrittsalter durchschnittlich bei rund 62 Jahren bei Männern und rund 60 Jahren bei Frauen.

Darüber hinaus sollen jene Arbeitnehmer, die bereits die Pensionsbedingungen erfüllen, angeregt werden, weiter zu arbeiten. Pensionisten würden demnach in den ersten drei Jahren zusätzlich zum Gehalt auch 50 Prozent der Pension erhalten, nach drei Jahren würden sie ihr Gehalt und die volle Pension beziehen.

Die Regierungspläne gehen nach Meinung von Experten mit Blick auf demografische Trends in die richtige Richtung. Die Bevölkerung in Slowenien altert im EU-Vergleich schneller als anderswo. Derzeit sind rund 19 Prozent der slowenischen Bürger über 65 Jahre alt, laut Prognosen sollen es bis 2030 bereits 25 Prozent sein.

Experten sehen in den Regierungsplänen eher eine Korrektur des Pensionssystems als eine tiefgreifende Reform. Die Wirtschaftskammer (GZS) begrüßte die Anhebung des Pensionsalters mit Blick darauf, dass Slowenien im EU-Vergleich einen der niedrigsten Anteile von Erwerbstätigen über 55 Jahre hat.

In der Altersgruppe 55-64 Jahren arbeiten in Slowenien rund 42 Prozent der Menschen, der EU-Durchschnitt liegt bei 57 Prozent. Hingegen sprachen sich die Gewerkschaften gegen die Erhöhung des Antrittsalters aus. Der Staat müsste zuerst die Bedingungen schaffen, damit die Menschen in solchen Alter noch arbeiten können, mahnte die größte Gewerkschaft ZSSS.

In der Koalition soll die Pensionsreform laut Medienberichten noch nicht zur Gänze abgestimmt sein. Die oppositionelle Linke, der Mehrheitsbeschaffer für die Minderheitsregierung, ist gegen das höhere Pensionsalter.




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