Letztes Update am Do, 14.03.2019 13:26

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Grenzübergreifend gegen Schlepper: Aufgriffe auch in Österreich



Wien (APA) - Polizeikräfte in Österreich, Deutschland, Großbritannien und der Türkei haben ihre Kräfte gebündelt und vier Menschenschlepper-Netzwerke ausgehoben. Es gab mehrere Festnahmen von Verdächtigen im Ausland. In Österreich wurden zwei einer chinesischen Visa-Betrügerbande zugerechnete Personen angezeigt, berichtete das Bundeskriminalamt (BK).

Die Schlepper sollen Menschen aus dem Iran, dem Irak, Afghanistan, Syrien und China illegal nach Westeuropa gebracht haben. In welchem Ausmaß, war noch nicht klar: Die „abgestimmte Einsatzmaßnahme“ sei länderübergreifend am Mittwoch durchgeführt worden, sagte BK-Sprecher Vincenz Kriegs-Au auf APA-Anfrage. Die gewonnenen Erkenntnisse müssten erst ausgewertet werden. Bisher bekanntgegeben wurden die Vollstreckung eines europäischen Haftbefehls in Großbritannien - der britische Staatsangehörige soll nach Deutschland ausgeliefert werden - sowie zehn vorläufige Festnahmen in der Türkei, wo auch 53 Migranten „festgestellt“ worden seien.

In Salzburg stießen die Ermittler auf zwei Mitglieder eines chinesischen Netzwerks, das Landleuten mittels Visum-Betrugs die Einreise in den Westen ermöglicht haben soll, sagte der Sprecher. Sie wurden angezeigt, Spuren zu Hintermännern würden nun verfolgt. Weiters gab es in Tirol, Oberösterreich, Burgenland, Kärnten und Vorarlberg kriminalpolizeiliche Schwerpunktaktionen. Dabei seien insgesamt 30 illegal aufhältige Personen nach dem Fremdenpolizeigesetz festgenommen worden.

„In Tirol wurden gezielte Intensivkontrollen von Reisebussen auf hochfrequentierten Transitverbindungen durchgeführt“, schilderte Kriegs-Au. „Im Burgenland fanden Intensivkontrollen im grenznahen Raum zu Ungarn statt.“ Die akkordierte Aktion habe „gezielt internationale Schleusernetzwerke bekämpft“, die „mutmaßlich unter bewusster Inkaufnahme von Gefahren für Leib und Leben der Migranten sogenannte Behältnisschleusungen entlang der Balkanroute sowie Bootsschleusungen über die Ägäis durchgeführt haben“, hieß es von der deutschen Bundespolizei.

In Kärnten ging ein „Beifang“ ins „Netz“: Ein Mann aus Ruanda hatte zwar nichts mit Schlepperei zu tun, wurde aber wegen des Verdachts des Suchtgifthandels in einem Linienbus in Arnoldstein festgenommen. Er transportierte laut BK zweieinhalb Kilogramm Cannabiskraut von Italien nach Österreich.

Die Aktion wurde im Rahmen der seit November bestehenden Internationalen Gemeinsamen Ermittlungsgruppe (Joint Investigation Team-JIT) durchgeführt. Involviert waren neben dem BK Polizeibehörden in Deutschland, Großbritannien, Rumänien und Ungarn, unterstützt von Europol.




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