Letztes Update am Do, 14.03.2019 13:32

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Xantener Dombauverein gibt Raubkunst-Bild an jüdische Erben zurück



Xanten (APA/dpa) - Nach einem jahrelangen Raubkunst-Streit gibt der Xantener Dombauverein ein Ölgemälde an die Erben der einstigen jüdischen Besitzer, dem in Wien lebenden jüdischen Ehepaar Gottlieb und Mathilde Kraus, zurück. Das Gemälde mit der Ansicht des Xantener Doms aus der Werkstatt des holländischen Malers Jan van der Heyden (1637-1712) werde am Donnerstag, 21. März, übergeben, teilte der Dombauverein mit.

Die Eigentumsrechte der Erben seien nun geklärt. Der Dombauverein habe einstimmig für die Herausgabe des Bildes gestimmt.

Das Bild gehörte einst den in Wien lebenden jüdischen Eheleuten Gottlieb und Mathilde Kraus. Sie konnten vor den Nazis fliehen, ihr gesamtes Vermögen wurde jedoch konfisziert. Später gelangte das Bild in die Sammlung von Hitlers Leibfotografen Heinrich Hoffmann, dem Vater von Henriette Hoffmann.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs gelangte das Werk zunächst in die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, nachdem die Alliierten es dem Freistaat Bayern zur weiteren Klärung überlassen hatten. 1962 wurde das Bild an Henriette Hoffmann, geschiedene Ehefrau des einstigen NS-Reichsjugendführers Baldur von Schirach, verkauft. Der Dombauverein ersteigerte das Ölgemälde 1963 dann für 16.100 Mark bei Lempertz in Köln.

2011 forderten Erbenvertreter erstmals die Rückgabe. Die „Commission for Looted Art in Europe“ (London) hatte den Verbleib des Gemäldes recherchiert. Heute wird der Wert des Bildes, das eines von mehreren Kopien ist, auf 5000 Euro geschätzt. Das Originalmotiv befindet sich im Pariser Louvre.




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